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Nicht ausruhen: Wohnungskrise ist nicht vorbei

Jens Meyer-Wellmann
Abendblatt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann

Abendblatt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann

Foto: Bertold Fabricius

Bauanträge müssen zügig bearbeitet werden.

Auch wenn die öffentlichen Debatten derzeit aus nachvollziehbaren Gründen von der Corona-Pandemie dominiert werden: Es gibt noch andere für das Leben der Menschen wichtige Themen. So macht weder die Klimakrise Quarantäne-Pause, noch sind die Mobilitätsprobleme in Großstädten plötzlich gelöst. Das gilt auch für die dritte große Herausforderung: die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in den wachsenden Metropolen.

Hamburg hat hier seit 2011 gezeigt, dass kluge Politik durchaus effektiv gegensteuern kann. Mit dem von der SPD aufgelegten Bündnis für das Wohnen konnten so viele Wohnungen gebaut werden, dass der Anstieg der Mieten niedriger als in anderen Metropolen ausfiel und teilweise nur noch auf dem Niveau der allgemeinen Preissteigerung lag. Ein wesentlicher Faktor für zügiges Bauen ist die Effizienz der Verwaltung. Sie muss einerseits Bauanträge genau prüfen – darf andererseits aber nicht durch zu langwierige Verfahren das Bauen unnötig verzögern. Mit Blick auf manche andere Städte (Berlin muss man ja nicht immer explizit nennen) mag man sich in Hamburg gut aufgestellt fühlen. Ausruhen sollte man sich darauf allerdings nicht.

Dass Bauherrinnen und Bauherren zuletzt immer länger auf Genehmigungen warten müssen, ist kein gutes Zeichen – zumal die Anzahl der Anträge zurückgegangen ist. Wie in anderen Fällen zeigt sich auch hier, dass man für eine funktionierende Stadt starke Bezirke braucht. Denn auch Baugenehmigungen werden in den Bezirken erteilt – wo es an Personal viel zu oft mangelt. Das sieht man übrigens, um den Kreis zu schließen, auch an anderer Stelle: bei den bezirklichen Kontrollen der Corona-Vorgaben für Gastronomen. Ohne massive Amtshilfe der Polizei wären diese im nötigen Umfang nicht möglich.

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