Meinung
Kommentar

Im Kampf gegen Corona gibt es noch viel zu verbessern

Insa Gall leitet das Hamburg-Ressort des Abendblatts.

Insa Gall leitet das Hamburg-Ressort des Abendblatts.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Die Entscheidung, die Schulen wieder für alle Kinder zu öffnen, war richtig. Das bedeutet noch lange nicht, dass alles gut ist.

Hamburg. Als vor einem Monat die Schulferien zu Ende gingen, waren viele Eltern in großer Sorge; mancher Lehrer fühlte sich als Versuchskaninchen missbraucht. Heute muss man sagen: Corona-Ausbrüche hat es an Hamburger Schulen – mit Ausnahme der Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude – nicht gegeben. Nur 108 der insgesamt 256.000 Schüler und neun von 24.000 Schulbeschäftigten waren oder sind mit Corona infiziert. Außer an der Heinrich-Hertz-Schule haben sich die Betroffenen nicht in der Schule angesteckt, sondern außerhalb. Auch wenn sich ein solcher Ausbruch andernorts wiederholen könnte: Die Entscheidung, die Schulen nach langer Pause wieder für alle Kinder zu öffnen, war richtig. Das, was als ein – von Expertenmeinungen gestütztes – Experiment begann, ist geglückt.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass alles gut ist. Die Entscheidungen der Gesundheitsämter, in einigen Fällen nur die Sitznachbarn von möglicherweise infizierten Kindern in Quarantäne zu schicken, in anderen aber ganze Klassen, sind schwer nachzuvollziehen. Über Verdachtsfälle an Schulen wird sehr uneinheitlich informiert. Auch beklagen die Schulen sich, dass die Kommunikation mit den Gesundheitsämtern nicht immer einwandfrei läuft. Schließlich fehlen noch immer an manchen Schulen ausreichend Masken. Dies alles stiftet Verunsicherung. Es muss schleunigst besser werden – gerade damit das Vertrauen bei Eltern, Lehrer und Schüler wachsen kann, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.

Die Corona-Lage scheint derzeit in Hamburg gerade noch stabil. Ein weiteres Hochschnellen der Infektionszahlen durch Reiserückkehrer aus den Herbstferien wäre schwer zu verkraften – auch an den Schulen. Das sollte jeder, der derzeit Pläne für den Urlaub macht, bei der Wahl seines Reiseziels bedenken.