Meinung
Glosse

Hohoho mit Mund-Nasen-Schutz

Vanessa Seifert ist Autorin des Hamburger Abendblatts

Vanessa Seifert ist Autorin des Hamburger Abendblatts

Foto: Andreas Laible

Diese Corona-Nachricht hat so einen Bart: Für den britischen Weihnachtsmann wird ein Hygienekonzept erarbeitet.

Dass dieses Coronavirus eine schöne Bescherung ist, bekommt jetzt auch der Weihnachtsmann zu spüren. Ja, ob der sich in diesem Jahr noch einen großen Schlitten leisten kann, ist mehr als fraglich. In Großbritannien jedenfalls, auf dieser beliebten Insel der Skurrilitäten (fängt ja schon mit der Politik an und hört im Königshaus noch lange nicht auf ...) bangen die örtlichen Weihnachtsmannschulen (no joke) um die oft hochdotierten Auftritte ihrer Angestellten.

Daher erarbeitet man schon jetzt, knapp vier Monate vor Heiligabend, ein himmlisches Hygienekonzept. Details sind noch nicht bekannt, es geht vermutlich in Richtung „Sagrotan statt Sack“. In speziellen Trainingsprogrammen sollen die Santa Klausis nun wohl lernen, wie sie fachgerecht den Mund-Nasen-Schutz aufsetzen, ohne den angeklebten Rauschebart wieder abzufummeln.

Weihnachtsbaum auf Sächsisch: "Ä Tännschen please"

Und vor Ort in den britischen Wohnzimmern gilt dann natürlich das, was die Sachsen mit „Ä Tännschen please“ meinen: Bitte Abstand halten – nicht nur zu den Kerzen am Baum, sondern auch zur jungen Kundschaft. Meistens haben die Kleinen aber ja ohnehin mindestens Respekt, wenn nicht ein bisschen Angst vor der Erscheinung im roten Bademantel.

Apropos absurde Verkleidung: Hierzulande wird derweil ja diskutiert, ob Karneval 2021 nicht mal ausfallen sollte. 67 Prozent fänden dies laut einer aktuellen Umfrage auch gar nicht schlimm. Vermutlich hat man zwischen Hamburg und Flensburg gefragt …

Nein: Sogar Kölner und Düsseldorfer sind in historischer Eintracht der Meinung, man solle den Dom in Kölle lasse und sich selbst samt Kostüm zu Hause. Motto ist also: Corona wolle mer nicht reilasse. Sonst geht nicht das Trömmelche, sondern es schrillt die Alarmglocke ...