Meinung
Kommentar

Präsenzunterricht braucht klare Vorgaben

Matthias Popien ist Redakteur in der Lokalredation des Hamburger Abendblattes.

Matthias Popien ist Redakteur in der Lokalredation des Hamburger Abendblattes.

Foto: Birgit Schücking

Mit ihrem kommunikativen Kuddelmuddel hat Schleswig-Holsteins Bildungsministerin ohne Not Lehrer und Schüler verunsichert.

Hamburg. Wir wissen immer noch recht wenig über das Coronavirus, aber doch immerhin dies: Je mehr Personen sich in einem geschlossenen Raum befinden und je mehr Zeit sie dort verbringen, desto größer ist das Risiko einer Übertragung. Ein Klassenzimmer mit 30 Schülern ist also nicht gerade der Ort, an dem man sich jetzt gerne aufhalten möchte. Viele Lehrer tun dennoch genau das, denn Schulunterricht ist wichtig.

Da wäre es schon sinnvoll, die Pädagogen in ihrem Tun zu unterstützen. In Hamburg können sie sich zum Beispiel aufs Coronavirus testen lassen, wenn sie den Eindruck haben, sie könnten erkrankt sein. Auf der anderen Seite der Landesgrenze – nichts dergleichen. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) schlingert gerade durch die Corona-Pandemie. Statt eine Maskenpflicht an Schulen zu verhängen, hat sie nur eine „dringende Empfehlung“ ausgesprochen. Eine Pflicht, sagt Prien, sei „weder verhältnismäßig noch medizinisch geboten“.

Klare Formulierungen

Das ist logischer Unfug. Entweder hilft eine Maske beim Schutz vor Corona, wofür es Beweise gibt – dann sollte man das Tragen auch anordnen. Noch haben wir ja nicht so viele andere Mittel, die eine Infektion vermeiden helfen. Falls aber die Maske nicht helfen sollte, dann wäre auch Priens „dringende Empfehlung“ unnötig.

Mit ihrem kommunikativen Kuddelmuddel hat die Ministerin ohne Not Lehrer und Schüler verunsichert. Obendrein ist die Rechtslage unklar. Die Maskenpflicht nach dem Infektionsschutzgesetz wird in der Regel von Landesregierungen verhängt. Aber darf das auch ein Schulleiter? Prien will am Freitag erklären, wie es mit der Maske weitergehen soll an den Schulen. Die dringende Empfehlung lautet: klare Formulierungen wählen!