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In der Krise beweist der Wissenschaftsstandort seinen Wert

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Insa Gall
Insa Gall leitet das Hamburg-Ressort des Abendblatts.

Insa Gall leitet das Hamburg-Ressort des Abendblatts.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Hamburg scheint es trotz der neuen finanziellen Belastungen auch künftig ernst zu meinen mit der Förderung.

Die Pandemie hat sehr, sehr viele Schattenseiten. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Dem Wissenschaftsstandort Hamburg – allen voran dem UKE – gelingt es, sich in der Corona-Krise nachhaltig und weithin sichtbar zu profilieren. Dazu tragen nicht nur die sachkundigen Wortmeldungen vieler Hamburger Virologen bei, sondern insbesondere auch die zahlreichen Studien, die die Forscher angeschoben haben, um das neuartige Virus besser kennenzulernen.

Erste Ergebnisse, etwa zu Corona als Multiorganerkrankung, die vor allem die Nieren schädigt, liegen bereits vor. Klaus Püschel, Chef der Gerichtsmedizin am UKE, war es, der bundesweit als Erster damit begann, die Corona-Toten zu obduzieren – zunächst gegen die ausdrückliche Empfehlung des Robert-Koch-Instituts. Mittlerweile sind die Obduktionen Standard. Negativ sticht allein der Umgang des UKE mit dem Einschleppen des Virus in eine Krebsstation heraus.

Die Krise lenkt die Scheinwerfer auf die Infektionsforschung, die in Hamburg im Zusammenspiel verschiedener Forschungseinrichtungen längst bemerkenswert stark ist – und als Geheimfavorit für ein mögliches weiteres Exzellenzcluster der Hansestadt gilt.

Wissenschaft beweist in Corona-Krise ihren Wert

Nun rückt ein neues Forschungszen­trum für Immunologie am UKE näher, der Neubau soll 45 Millionen Euro kosten. Klar ist: Forschungen auf diesem Feld sind heute wichtiger denn je. Aber nicht nur dort. Hamburg scheint es trotz der neuen finanziellen Belastungen auch künftig ernst zu meinen mit der Wissenschaft.

Rot-Grün hat sich in den Koalitionsverhandlungen auf einen jährlichen Ausgleich der Tarifsteigerungen für die Hochschulen von bis zu zwei Prozent geeinigt. Dazu kommt bis zu ein Prozent mehr für Investitionen in Lehre, Forschung, Bauten und Digitalisierung. Das ist gut so. Welchen Wert Wissenschaft hat, belegt der schwierige Kampf gegen das Coronavirus derzeit auf dramatische Weise.

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