Meinung
Menschlich gesehen

Koch Stefan Wäge: Hauptsache, etwas tun

Der Souschef muss derzeit mit Kurzarbeitergeld über die Runden kommen. Wie er es schafft, trotz der Krise nicht depressiv zu werden.

Es wird eng für Stefan Wäge. Finanziell und auch seelisch leidet der Koch darunter, dass er nicht in der Kantine Stadtküche arbeiten kann. Wegen Corona ist Kurzarbeit angesagt. Gestern nahm er an der Gastronomen-Demo vor dem Rathaus teil, um sich für ein höheres Kurzarbeitergeld einzusetzen.

Der 54 Jahre alte Souschef arbeitet seit 28 Jahren in der früheren Springer-Kantine an der Caffamacherreihe. Koch zu sein ist für den Mann aus Winsen (Luhe) Leidenschaft und Beruf zugleich. „Man ist immer kreativ, und wir haben bei der Stadtküche viele Freiheiten“, sagt er.

Stefan Wäge hilft einem Nachbarsjungen

Im Moment muss er mit 1300 Euro netto über die Runden kommen. Das ist die eine Sorge. Die andere: Er mag es nicht, ohne Beschäftigung zu sein.

Der Vater eines 16-Jährigen hilft daher einem Nachbarsjungen morgens bei dessen Hausaufgaben und kümmert sich um einen Minijob. Hauptsache, etwas tun, ist seine Devise. „Sonst werde ich depressiv.“ Als Betriebsratsvorsitzender hilft es ihm, mit den Kollegen weiter in Kontakt zu sein. Zumindest digital.

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