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Kommentar

Rothenbaum trotz Corona? Sport braucht Zuschauer

Der Autor ist Chefreporter Sport beim Hamburger Abendblatt.

Der Autor ist Chefreporter Sport beim Hamburger Abendblatt.

Foto: Mark Sandten / HA

Die Hoffnung auf Sportevents noch in diesem Jahr lebt – vor allem in Hamburg. Warum Geistermatches keine Option sind.

Hamburg. Ein Leben nach der Coronakrise scheint möglich, Sportevents auch. Die Planungen, und das ist die gute Nachricht in diesen Tagen, laufen weiter; die Stadt arbeitet mit allen Veranstaltern eng zusammen, entwirft gerade neue Szenarien und sichert den Organisatoren weiter ihre umfängliche Unterstützung zu. Das Tennisturnier im renovierten und modernisierten Stadion am Rothenbaum, terminiert vom 11. bis 19. Juli, könnte der glanzvolle Auftakt zum Neustart werden – soweit im Augenblick überhaupt Gedankenspiele über den Tag hinaus gestattet sind.

Die Stadt hat jetzt ein klares Signal an alle Veranstalter gesendet: Verschieben bleibt die erste Option, absagen sollte im Moment keine sein. Dass Ende August kein Beachvolleyball im Tennisstadion gespielt werden wird, hat dann auch andere Gründe. Die österreichischen Organisatoren hatten bis auf die Ausfallbürgschaft des Senats keine nennenswerten finanziellen Mittel akquiriert. Ein Gegenbeispiel ist der Haspa-Marathon, der am 19. April gelaufen werden sollte. Er könnte im September stattfinden. Das neue Datum soll in dieser Woche bekannt gegeben werden.

Trotz Corona: Warum Tennis Zuschauer braucht

Während im Fußball Geisterspiele aus wirtschaftlichen Gründen Sinn ergeben, um Fernseh- und Sponsorenverträge zu erfüllen, sind andere Sportveranstaltungen ohne Publikum nicht vorstellbar. Diese Events leben vom Kontakt der Athleten mit den Zuschauern, und es war immer auch die Begeisterung der Hamburger, die diesen Ereignissen eine besondere Note verliehen. Längst wäre es natürlich möglich, mit Computern eine virtuelle Kulisse zu erzeugen, Stimmungen vom Mischpult eines DJs zu steuern. Das wäre jedoch das Ende des Sports, wie wir ihn verstehen: eines sozialen, emotionalen Mit­einanders. Es bleibt zu hoffen, dass uns Corona nicht in diese Zukunft zwingt.