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Tod des Fahnders – Polizei trauert um Kollegen

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Daniel Herder
Der Autor ist Redakteur der Polizeiredaktion

Der Autor ist Redakteur der Polizeiredaktion

Foto: Michael Rauhe / HA

Hamburger Polizisten verdienen es, dass die Stadt ihren Schutz buchstäblich um jeden Preis gewährleistet.

Hamburg. Plötzlich ist er nicht mehr da, der Kollege von der Zielfahndung. Klaus-Ulrich Hütter – Vater, engagierter Polizist, Spitzname „Paul“ – starb am Mittwoch infolge der „Ausübung seines Dienstes“. Acht Tage zuvor hatte ein Straftäter auf der Flucht mit einem VW Phaeton ein Polizeiauto gerammt. Hütter saß am Steuer. Reanimation am Tatort, acht Tage künstliches Koma. Jetzt ist er tot.

Die Geste, alle Streifenwagen und Polizeimotorräder der Stadt mit Trauerflor zu behängen, richtet den Fokus der Öffentlichkeit auf die Betroffenheit aller Hamburger Polizisten. Auch Beamte, die Hütter nicht persönlich kannten, trauern um ihn.

Mehr als 70 Polizisten sind in Hamburg im Vorjahr angegriffen und verletzt worden

Die Aussage „Ein Angriff auf einen ist wie ein Angriff auf uns alle“ mögen manche für zu formelhaft halten – hier aber trifft sie zu. Klaus-Ulrich Hütter wurde brutal aus dem Leben gerissen. Die Tat wirft ein Schlaglicht auf die Gefährdung von Polizisten im Dienst. Immer wieder werden Beamte im Einsatz genötigt, ihre Schusswaffe einzusetzen. Zu dieser „ultima ratio“ greifen sie fast immer nur dann, wenn ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht. Ein Beispiel: Erst vor vier Wochen mussten Polizisten in Hamburg-Allermöhe schießen, weil ein Auto gezielt auf sie zuraste.

Und: Mehr als 70 Polizisten sind in der Hansestadt im Vorjahr angegriffen und verletzt worden. Sicher, in Hamburg arbeiten mehr als 8500 Beamte im Vollzug, pro Jahr rücken sie zu Zehntausenden Einsätzen aus. Aber auch 70 Beamte sind 70 zu viel.

Hamburger Polizisten verdienen es, dass die Stadt ihren Schutz buchstäblich um jeden Preis gewährleistet. Vor allem aber verdienen sie unseren Respekt – und der gilt jetzt ganz besonders Klaus-Ulrich Hütter und seiner Familie.

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