Meinung
Glosse

Möwen haben eigentümlichen Humor

Juliane Lauterbach
Die Autorin ist Redakteurin im Lokalressort.

Die Autorin ist Redakteurin im Lokalressort.

Foto: Thorsten Ahlf

Mit dem Vogelschiss auf dem Kopf verhält es sich wie mit der Bananenschale, auf der man ausrutscht: Eigentlich passiert das nicht ...

Es gibt so ein paar Dinge, von denen ich immer gedacht habe, dass es sie eigentlich gar nicht gibt. Zum Beispiel kenne ich niemanden, der jemals auf einer Bananenschale ausgerutscht ist. Ich kenne noch nicht mal jemanden, der jemanden kennt, dem das schon mal passiert ist. Und ich dachte, dass das mit dem Phänomen, dass einem eine Möwe auf den Kopf macht, dasselbe sei.

Wie sonst wäre es zu erklären, dass jemand wie ich, die die ersten 18 Jahre ihres Lebens direkt an der Nordseeküste aufgewachsen ist, bislang verschont geblieben ist. (Ich kenne auch niemanden von damals aus der Heimat, dem das mal passiert ist, oder jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt.)

Zur Pointe eines Möwenwitzes gemacht

Seit gestern weiß ich: Es kann jeden treffen! Und man muss dafür noch nicht mal im Friesennerz über den Deich laufen, Gummistiefel tragen und Platt schnacken. Seit gestern glaube ich, dass Möwen das auch gar nicht interessieren würde, weil es den Witz im Grunde kaputt machen würde. Richtig lustig ist es (aus Möwensicht zumindest) wahrscheinlich nur, wenn man fein rausgeputzt ist. So wie ich gestern. Abendblatt- Neujahrsempfang, Seidenkleid (korrigiere: seidenähnlich), High Heels und Hochsteckfrisur. Eine Steilvorlage für einen guten Möwen-Witz also. Und so kam es dann auch.

Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen. Das Schlamassel war jedenfalls schnell wieder beseitigt. Die einzige Frage, die mich beschäftigt, ist, wann genau das passiert ist. Nach dem feierlichen Empfang oder vielleicht doch schon davor? Aber vielleicht wäre das ein Detail des Witzes, das ich auch gar nicht unbedingt wissen muss ...

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