Meinung
Kommentar

Sollen die Harley Days jetzt im Winter stattfinden?

Matthias Popien ist Redakteur in der Lokalredation des Hamburger Abendblattes.

Matthias Popien ist Redakteur in der Lokalredation des Hamburger Abendblattes.

Foto: Birgit Schücking

Manche Ideen für mehr Touristen sind etwas naiv.

Der Tourismus in Hamburg blüht und gedeiht. Selbst in entlegeneren Stadtteilen werden schon Touristen gesichtet. Vor zehn Jahren, im August 2009, gab es rund 847.000 Übernachtungen, in diesem August waren es rund 1,5 Millionen. Eine Erfolgsgeschichte, die zu selten erzählt wird. Touristen bringen Geld in die Stadt, und dieses Geld bringt Arbeitsplätze. Es ist allerdings auch eine Erfolgsgeschichte, die zum Zurücklehnen verleitet. Läuft doch, könnte man sagen – und darauf vertrauen, dass es immer so weitergeht.

Deshalb ist es gut, dass sich nun der Tourismusverband zu Wort meldet. Denn es ist ja durchaus nicht garantiert, dass die Touristen Jahr für Jahr in wachsender Zahl nach Hamburg strömen. Über manche Vorschläge wird deshalb zu reden sein – etwa über ein „Welcome Center“ in der Innenstadt. Andere Ideen wirken hingegen etwas naiv. Man kann sich zwar wünschen, dass etwa die Harley Days nicht im Sommer, sondern in den veranstaltungsschwachen Monaten November oder Januar stattfinden sollten.

Realistisch ist dies indes nicht. Zumal die Veranstalter ja auch selbst in unternehmerischer Freiheit entscheiden, wann sie welche Show wo spielen lassen. Internationale Stars werden ihre Tourkalender ohnehin nicht an Hamburger Terminwünschen ausrichten.

Ruf nach staatlicher Unterstützung berechtigt

Sinnvoll ist es auch, Studentenwohnheime für Azubis zu öffnen. Hier kann die Stadt helfen. Bei der schwierigen Nachwuchssuche haben die Hoteliers und Gastronomen allerdings selbst allerbeste Möglichkeiten, die Sache zu erleichtern. Wer gute Gehälter zahlt, erhöht seine Chancen.

Tourismus ist eine Boombranche. Viele Unternehmer haben dazu beigetragen, dass es in Hamburg läuft. Darauf können sie stolz sein. Der Ruf nach staatlicher Unterstützung ist deshalb berechtigt. Ob jeder einzelne der 18 Punkte eine Berechtigung hat, darf indes bezweifelt werden.