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E-Scooter-Chaos: Es reicht jetzt!

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Stephan Steinlein
Der Autor ist stellvertretender Chefredakteur des Abendblatts

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Foto: Mark Sandten / HA

Schon die Zulassung der elektrischen Tretroller war ein Fehler, sie machen nur Probleme – jetzt müssen wenigstens klare Regeln her.

Sie ist nirgends festgeschrieben, aber zumindest guter Brauch: die 100-Tage-Regel, von der neu gewählte Politiker oder auch Verwaltungen profitieren. 100 Tage Zeit, sich einzuarbeiten, Abläufe ­ zu überprüfen, Fehler abzustellen. Nach gut drei Monaten wird ein erstes Resümee gezogen. 100 Tage Schonfrist sind jetzt für die E-Scooter abgelaufen – und die zuständige Aufsichtsbehörde.

Und das Fazit fällt ausgesprochen schlecht aus: Statt zu einer ökologischen Alternative zum Auto (bei kurzen Strecken) hat sich der E-Scooter zu einem reinen Spaßmobil für zumeist Spätpubertierende entwickelt, die sich im Straßenverkehr entsprechend verhalten.

Nichts als Probleme mit den E-Scootern

Probleme, wo man hinschaut. Sie lassen sich in drei Kategorien aufteilen: Die Roller liegen oder stehen wahllos auf Straßen und Plätzen herum, behindern und gefährden beispielsweise Fußgänger.

Problem 2: Die Roller haben ein hohes Verletzungsrisiko für Fahrer und Unbeteiligte. Statistisch nahezu jeden Tag müssen Ärzte in Kliniken Unfall­opfer behandeln.

Problem 3: Die E-Scooter sind keine ökologische Alternative, da sie eher Fahrten mit dem Rad als solche mit dem Auto ersetzen. Herstellung, Transport nach Hamburg, schneller Verschleiß und jeden Tag Dutzende von Fahrten mit Kleinlastern, die die Gefährte ausliefern und abends wieder einsammeln, belasten die Ökobilanz.

Welche Regeln für E-Scooter jetzt her müssen

100 Tage sind vorbei. Dass sich die Situation von alleine bessert, ist nicht ­ in Sicht. Dass die Politik ihren Fehler rückgängig macht, E-Scooter überhaupt zugelassen zu haben, dazu fehlt offensichtlich der Mut.

Also braucht es zumindest klare Regeln: Eine Straßenbenutzungsgebühr für jedes Gefährt, die die Verleihfirma zahlen muss. Parkzonen, in denen – und nur dort – die Gefährte abgestellt werden. Hohe Bußgelder bei regelmäßigen Kontrollen. Und nicht zuletzt könnte die Stadt falsch abgestellte Roller behandeln wie Sperrmüll: einsammeln und entsorgen.

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