Meinung
Abendblatt-Autorin

Wer ist eigentlich ...? Louisa Rascher

Raven Louisa Rascher ist freie Mitarbeiterin beim Hamburger Abendblatt.

Raven Louisa Rascher ist freie Mitarbeiterin beim Hamburger Abendblatt.

Foto: Thorsten Ahlf

Der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen man beinahe jeden Tag online oder in der Zeitung liest. Heute: Louisa Rascher.

Ich bin Journalistin geworden, weil:

... ich das unbedingt wollte. Daher klappte es mit dem Volontariat auch früher als erhofft. Nach dem Abitur begann ich meine journalistische Ausbildung bei einer Zeitung, deren Produktion ein Jahr später eingestellt wurde – fast 170 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen. Die Lehren aus dieser Zeit haben mich für vieles gewappnet, was danach kam.

Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:

Die neue Wertschätzung für Wissenschaft, die Gelassenheit und die frische Brise (besonders in St. Peter-Ording).

Drei Dinge, die in Hamburg und im Norden besser werden müssen:

Zivilcourage, die Durchlässigkeit des Bildungssystems und die Deutsche Bahn.

Demnächst würde ich gern mal ein Interview führen mit:

… der Astronautin Peggy Whitson, die mehr Zeit im Orbit verbracht hat als jeder andere ihrer US-Kollegen.

Das wären meine wichtigsten Fragen:

Kindheit auf einer Farm in Iowa, Biochemiestudium allein unter Männern, zehn Bewerbungen bei der Nasa und dann Rekorde brechende Kommandantin der ISS – woher hat sie ihr Durchsetzungsvermögen für eine derart eindrucksvolle Laufbahn?

An diese Geschichte von mir denke ich gern zurück:

Eine Reportage über eine junge Frau, die Antiquitäten restauriert, während die Sonne durch die alten Fenster ihrer Werkstatt hinterm Elbdeich scheint. Selten habe ich einen Menschen getroffen, der so viel Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlt.

Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalistin dabei sein durfte:

... auch der G-20-Gipfel in Hamburg. Es war aber eine katholische Kirchweihe in Glinde – übrigens die erste für Hamburgs Erzbischof Stefan Heße – die mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. So kritisch ich der Kirche gegenüberstehe, die Hingabe der Gläubigen bei der Zeremonie hat mich tief bewegt.

Im Hamburger Abendblatt lese ich am liebsten:

Wirtschaft, Kommunales, Prozessberichte und Kultur.

Wenn ich Chefredakteurin des Hamburger Abendblatts wäre, dann:

... wäre ich die erste Frau in dieser Position.

Neben dem Hamburger Abendblatt lese ich zum Beispiel folgende Zeitungen/Zeitschriften:

Privat: „Geo“, „Zeit“, „Spiegel“, „Rondo“, „Outside“, „New York Times“. Beruflich die Konkurrenz.

Die sozialen Medien sind für mich:

... unerlässliches Arbeitsmittel, globales Adressbuch und leider häufig ein Ärgernis.

Meine größte Leidenschaft ist:

... meinem Entdeckerdrang zu folgen.

Mein Lieblingsautor ist:

Paul Theroux.

Im Moment lese ich folgendes Buch:

„Under the Banner of Heaven“: eine packende Reportage von Jon Krakauer über Fundamentalismus unter Mormonen in Utah.

Mein Lieblingsrestaurant:

Das wechselt häufig, derzeit ist es das Badshah in St. Georg. Mehr Bistro als Restaurant, authentisch und lecker. Lässt Erinnerungen an Indien wach werden.

Meine Lieblingsplätze in Hamburg sind:

... der Duvenstedter Brook bei Sonnenaufgang und die Außenalster bei Sonnenuntergang. Meine Wohnung mit Blick auf den Stadtpark bei Regen.

Das mache ich, wenn ich nicht arbeite:

Reisen, wandern, tauchen, studieren.

Menschen, die an der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit von Medien zweifeln, sage ich:

Welche Fragen möchten Sie mir stellen?

Vita: Louisa Rascher (26) heißt mit erstem Vornamen eigentlich Raven, lässt sich aber nur bei gelungener Aussprache so nennen. Von 2012 an Volontärin bei den Harburger Anzeigen & Nachrichten und der Bergedorfer Zeitung. 2015 Wechsel zum Hamburger Abendblatt. Nebenher das Studium der Geografie an der Universität Hamburg und Ausflüge in die Wissenschaft. Hat Wurzeln in den USA, ist aber in Hamburg aufgewachsen. Wo sie sich zugehörig fühlt? Europa!