Meinung
Kommentar

E-Scooter – Schnapsidee sofort beenden

Jedes Umweltargument läuft ins Leere. Und allein das Unfallrisiko muss reichen, die politische Torheit zu beenden.

Hamburg. Was hatte der Bundesverkehrsminister nicht alles versprochen: Sie seien eine „eine echte Alternative zum Auto“, lobte er; sie könnten für die „letzte Meile“ von der Bahn zur Arbeit genutzt werden, hatte Andreas Scheuer frohlockt, nur wenige Monate bevor die ersten Elektro-Roller zugelassen wurden.

Die Begeisterung ist schon kurz nach dem Start des Projekts verflogen. Selbst wer der E-Scooter-Idee zunächst wohlmeinend oder zumindest neutral gegenüberstand, dürfte jetzt registriert haben: Was für eine Schnapsidee.

E-Scooter – der Unfug ist lebensgefährlich

Die Liste der Beschwerden wird jeden Tag länger. Die harmlosesten Vorwürfe sind noch, dass pubertierende Jugendliche zu zweit grölend auf einem Gefährt unterwegs sind. Alltag sind hingegen auch folgende Szenen: Passanten werden auf dem Gehweg erst angeklingelt, dann schnittig überholt, obwohl die Fahrt nur auf Radweg oder Straße erlaubt ist. Aufgesetzt ist statt eines (nicht verpflichtenden) Helms der Kopfhörer, das sieht vielleicht cooler aus, hilft aber weder beim Zusammenstoß, noch erleichtert es, einen warnenden Zuruf zu hören.

Betrunken auf dem Roller? Offensichtlich für viele kein Hinderungsgrund. Auf der falschen Straßenseite unterwegs? Scheint viele nicht zu stören. Auch wenn die Auflistung vielleicht spießig klingt: Der Unfug ist lebensgefährlich. Ärzte berichten, dass es beinahe täglich Schwerverletzte gibt. Die Fahrt auf dem Spaßmobil endet in der Notaufnahme.

Sollten die E-Scooter aus Hamburg verbannt werden?

Mal ganz abgesehen davon, dass die Gefährte nahezu überall in der Stadt herumstehen, abgesehen davon, dass jedes Umweltargument ins Leere läuft, da die Fahrten keine Touren mit dem Auto ersetzen und die Roller abends auch von Kleinlastern (mit Dieselmotor?) zum Aufladen eingesammelt werden – allein das Unfallrisiko muss reichen, die politische Torheit zu beenden.