Meinung
Moment mal!

Grüße aus HU an AKK und Co.

Autor Oliver Lück.

Autor Oliver Lück.

Foto: www.lueckundlocke.de

Aufstellungen von Fußballmannschaften habe ich immer schon gerne gelesen. Die Namenskolonnen lassen meiner Fantasie freien Lauf. Auch heute noch. Ich lese die Namen der Spieler und stelle mir die Gesichter dazu vor. Patrick Milchraum, Amadeus Wallschläger, Björn Ziegenbein, Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Ich überlege mir, was Christian Essig, Marco Stier, Robert Stark, Michael Niedrig und Florian Dick wohl für Typen sind.

In den Achtzigern war noch vieles anders: Da trugen viele Kicker Oberlippenbärte und einfache Namen, die bis heute nicht weniger im Gedächtnis geblieben sind. Dirk Hupe. Bernd Krumbein. Rolf Blau, Willi Weiss. Oder natürlich Roman Geschlecht – ein Name, den man nie mehr vergisst.

Heute sind es die Doppelnamen von Politikerinnen, die regelmäßig als gefundenes Fressen mäßig witziger, meist männlicher Komiker dienen. Denken Sie an Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. An Margaretha Hölldobler-Heumüller und an Heidemarie Wieczorek-Zeul. Und natürlich an Annegret Kramp-Karrenbauer. Ein Name wie ein Donnerhall, der eine der wichtigsten Zielgruppen der CDU bereits im Namen trägt – die Autoindustrie. Sie selber hat ja vor einiger Zeit damit begonnen, ihre 24 Buchstaben abzukürzen. Heute nennen sie alle AKK, was wiederum wie PKK klingt. Oder wie Walther PPK. Oder wie AKW oder FKK. „Guten Tag, ich heiße jetzt AKK, weil Journalisten Probleme haben, die vielen Silben in einer Schlagzeile unterzubringen.“

Vor Jahren war ich übrigens mal in einer walisischen Kleinstadt, die den weltweit längsten Ortsnamen trägt. Es sind 58 Buchstaben, was doch eher nach fehlender Fantasie beim Scrabble aussieht: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Damit das Leben dort einfacher ist, kürzen die Menschen den Bandwurmnamen mit Llanfair ab. Und ganz ehrlich: Heute bin ich sehr froh in Henstedt-Ulzburg (nur 15 Buchstaben!) zu wohnen. Viele Grüße aus HU!