Meinung
Auf den Hund gekommen

Sitz, Frieda – Autos!

Matthias Schmoock mit seiner Labradoodle-Hündin Frieda

Matthias Schmoock mit seiner Labradoodle-Hündin Frieda

Foto: Klaus Bodig / HA

An der Straße mit dem jungen Hund unterwegs. Da ist es lebenswichtig, dass alles klappt ...

Im dritten und letzten Teil der höchst informativen Berichterstattung zu Friedas Lernfortschritten geht es heute um die Spaziergänge durch Hamburgs Straßen.

Vorab aber noch ein paar allgemeine Bemerkungen, wiederum vor allem an diejenigen gerichtet, die ihr Glück mal mit dem Langzeit-Abenteuer Hund versuchen wollen. Immer wieder trifft man Hundehalterinnen und -halter, bei denen alles super klappt und der Umgang mit dem Hund scheinbar immer ganz mühelos ist. Aber auch dort gilt: Von nichts kommt nichts. Wenn man dann genauer nachfragt, stellen sich oft zwei Fakten heraus: Zum einen haben viele schon längere Erfahrung mit Hunden, oft aus der eigenen Kinder- und Jugendzeit. Zum anderen gibt es fast immer mindestens ein Familienmitglied, das sich intensiv mit dem jungen Hund beschäftigt (hat) – nicht selten einige Stunden am Tag.

Ich will Sie nicht mit Familiengeschichten langweilen – schließlich geht es hier ja um Friedebutsch. Nur so viel: Um die Lütte kümmern sich fast ausschließlich zwei nicht mehr ganz junge, berufstätige Menschen, die sich im Alltag die Frieda-Zeit einigermaßen gerecht aufteilen und so viel wie möglich auch gemeinsam mit ihr unternehmen.

Das ist ein ziemlich realistisches Szenario für viele, die spät mit einem Hund anfangen. Da geht dann eine ganze Menge, aber einiges eben auch nicht – vor allem aus Zeitgründen. Immer wieder schreiben mir nette Leser, dass wir insgesamt auf dem richtigen Weg seien und dass vieles auch runder laufen wird, wenn der Hund nicht mehr so jung ist. Na, wir bleiben dran – und freuen uns drauf.

Sitz! Warte! Bleib!

Immerhin: Wir sorgen dafür, dass unser liebes Hundemädchen nie länger als viereinhalb Stunden alleine ist. Und Frieda verbringt täglich mindestens zwei Stunden draußen, wird dann mit Spielen und Übungen bei Laune gehalten. Der Weg zum Park oder anderen Spielflächen ist zu Fuß gut zu bewältigen, und von Anfang an haben wir immer viel Wert darauf gelegt, dass Friedebutsch ihn mit uns sicher, aber einigermaßen selbstständig gehen kann.

Ein typischer Gassi-Spaziergang sieht dann ungefähr so aus: An dicht befahrenen Straßen bleibt sie an der Leine, nur an ruhigen Seitenstraßen und Wegen darf sie „ohne“ laufen. Wenn wir eine Straße queren – auch bei Ampeln und Zebrastreifen –, macht sie auf Kommando „Sitz“ und bleibt so lange sitzen, bis „Okay“ kommt. Wenn es länger dauert, sage ich zwischendurch ab und zu ziemlich streng „Warte“. Und wenn Frieda auf einem Weg vorprescht oder zur Seite ausbricht und sich so einer Gefahrenzone nähert, rufe ich auch „Warte“ oder „Bleib“. Darauf reagiert sie ganz schön schnell, genau wie auf „Hier“ oder „Hierher“.

Ich muss ohne Eigenlob sagen: Das klappt meistens ganz ausgezeichnet, Hundeschule und Zusatztraining haben sich wohl doch bewährt. Aufmerksame Leser wissen aber auch, dass ich nach ein paar schlimmen Schreckminuten immer ganz wachsam bin und dem Frieden nie wirklich traue. Denn gerade die jungen, verspielten Hunde sind am Straßenrand immer in Gefahr. Mein Hund ist ja kein Roboter und soll auch nicht so funktionieren. Es reicht manchmal schon, wenn der Wind Blätterreste in Richtung Fahrbahn weht oder ein vorwitziger Vogel auf die Straße hüpft. Im Nu könnte die nicht angeleinte Frieda lospreschen und in Lebensgefahr geraten.

Rückholpfiff und Leckerli

Ähnliches geschah am Anfang übrigens auch ab und zu, wenn ein Auto mit heruntergelassener Scheibe im Schritttempo vorbeifuhr. Offenbar glaubte sie dann, ein Mitglied ihres Rudels säße am Steuer. Für solche Notfälle (die natürlich gar nicht erst eintreten sollten) haben wir Hundeeltern den „Rückholpfiff“ gelernt, der mit einer großzügigen Leckerli-Belohnung (für Frieda) verbunden ist. Klappt auch sehr gut, man sollte sich aber nie darauf verlassen.

Gegenüber der Anfangszeit sind das schon gute Fortschritte, die uns alle zusammen stolz und den gemeinsamen Alltag noch vergnüglicher machen.

Teil des Straßenverkehrs sein heißt ja auch, immer mal wieder selbst am Steuer zu sitzen und mit Friedebutsch irgendwohin zu kutschieren. Dazu mehr in der kommenden Woche.