Meinung
Kommentar

Hält die U5 nun am Siemersplatz oder nicht?

Andreas Dey ist Redakteur im Ressort Landespolitik

Andreas Dey ist Redakteur im Ressort Landespolitik

Foto: Klaus Bodig / HA

Die neue U-Bahn ist ein sinnvolles Projekt für die wachsende Stadt Hamburg. Doch das Projekt braucht mehr Klarheit.

In einem sind sich ausnahmsweise mal fast alle einig: Die U 5 ist ein gutes und sinnvolles Projekt. Mit der neuen U-Bahn werden bislang eher abseits liegende Stadtteile wie Steilshoop und Lurup, Einrichtungen wie die Universität und die Arenen am Volkspark und nicht zuletzt etliche dicht besiedelte Gegenden wie Winterhude künftig besser oder sogar erstmals vernünftig ans Schnellbahnnetz angebunden. Zudem sind U- und S-Bahnen wie kein anderes Verkehrsmittel geeignet, die zunehmenden Verkehrsprobleme einer stark wachsenden Stadt zu lösen.

Die Kritik an den noch nicht benannten Kosten und der noch fehlenden Finanzierungszusage des Bundes ist naiv: Solang die genaue Trasse, die Zahl und die Lage der Haltestellen sowie die Bauzeit noch nicht exakt feststehen, wäre jede Aussage zu den Kosten kaum belastbar. Und ohne konkrete Antworten auf diese Fragen braucht Hamburg auch nicht in Berlin vorstellig zu werden – der Bund stellt ja keine Blankoschecks aus, sondern finanziert Projekte, die einen nachgewiesenen Nutzen haben.

Verwirrung um Haltestelle Siemersplatz

Dennoch wäre etwas mehr Klarheit wünschenswert. Beispiel Siemersplatz: Diesen wichtigen Verkehrsknotenpunkt kann man anbinden (einiges spricht dafür), oder man kann es lassen. Wenn der Bürgermeister aber von einem „Verkehrsraum“ schwurbelt, der in jedem Fall angebunden werde, und so tut, als würde auch die kilometerweit am Siemersplatz vorbeiführende Südvariante den gleichen Effekt haben, stiftet das nur Verwirrung. Hier ist früher oder später eine klare Entscheidung gefragt.

Grundsätzlich gilt: Das Senatsmotto „Sorgfalt vor Schnelligkeit“ ist zwar richtig. Aber wer lange plant, sollte dann umso zügiger bauen können. Viele Verzögerungen werden die Bürger dem Senat bei dieser seit Jahrzehnten versprochenen U-Bahn nicht verzeihen.