Meinung
Glosse

Wehe, Sie leugnen den Weihnachtsmann!

In Amerika wird bereits hart gegen die organisierte Bestreitungskriminalität vorgegangen. Wann zieht Deutschland nach?

Hilfe! Das Kind glaubt nicht mehr an den Weihnachtsmann. Früher oder später, meistens früher, bricht für alle Erziehungsberechtigten das Heilig­abend-Idyll zusammen. Irgendwann beklatschen aufgeklärte Zehnjährige den Mummenschanz halt nur noch, um die Übergabe des neuen iPhones nicht zu gefährden. Aber: Wer hat dem Kind eigentlich wann erzählt, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt? Und: Welche Strafe steht auf Geheimnisverrat?

Während das deutsche Gesetzbuch den Tatbestand der Weihnachtsmannleugnung eher lax regelt, greifen die USA inzwischen hart durch – zumindest am sogenannten Bibelgürtel. Zwei aktuelle Fälle lassen keinen Zweifel, dass die Christmas Intelligence Agency (CIA) mit ihrer Spezialeinheit „Delta Force Wichtel“ entschlossen gegen die organisierte Bestreitungskriminalität der Weihnachtslegende vorgeht.

US-Medien zufolge traf es dabei zunächst einen 31 Jahre alten Mann in Texas, der gegenüber den Teilnehmern eines kirchlichen Nikolaus-Frühstücks lautstark und ungefragt Rufmord am Weihnachtsmann beging. Er wurde: festgenommen. Eine Lehrerin in New Jersey ging sogar noch weiter. Sie bezeichnete den Weihnachtsmann vor Erstklässlern als „nicht echt“, um auf Nachfrage der verstörten Schüler auch die Existenz des Osterhasen, einiger Elfen sowie der Zahnfee zu leugnen. Ihre Strafe: Berufsverbot.

So! Und sollte jetzt noch irgend­jemand behaupten, dass Bibi Blocksberg oder Pu der Bär nicht echt sind, wird er mit Verbannung ins Taka-Tuka-Land, Haarewaschen bei Gollum und 17 Peitschenhieben der Schnullerfee bestraft. Verstanden?