Meinung
Menschlich gesehen

Patrick Ittrich ist der Video-Schiri

Leipzig gegen Mönchengladbach. Am Sonntag. Das ist mal ein schönes Bundesligaspiel. Und der Hamburger Patrick Ittrich (39) wird es sich ganz genau ansehen, auf vier Monitoren. Der Bundesliga-Schiedsrichter pfeift eben nicht nur in der höchsten Spielklasse – er ist manchmal auch als Videoassistent tätig.

Seit seinem 15. Lebensjahr leitet der Vater von vier Töchtern (zwischen zwei und 15 Jahre alt) Fußballspiele. „Das kannst du besser“, hatte er damals gedacht, als er sich als aktiver Spieler über Unparteiische ärgerte. Mit dieser Selbsteinschätzung lag er richtig: Seit fast zwei Jahren gehört der junge Mann vom MSV Hamburg der Schiedsrichter-Elite an.

Das geht nur mit viel Verständnis von Frau und Familie. Und dem Arbeitgeber natürlich. Ittrich ist Verkehrslehrer bei der Hamburger Polizei, arbeitet 25 Stunden in der Woche. Sonst ginge das Pfeifen in der Bundesliga nicht. „Wir sind längst Halbprofis“, sagt er. Immerhin 60.000 Euro Grundgehalt gibt es für einen Bundesliga-Schiedsrichter.

Das ist schön – aber wichtig ist für Patrick Ittrich auch anderes: „Ich freue mich, wenn Spieler und Trainer sich nach dem Spiel bedanken und sagen, ich hätte einen guten Job gemacht.“