Meinung
Kommentar

Active City: Bewegung braucht Vorbilder

Hamburgs Sportevents animieren zum Mitmachen

In Liverpool werde die heutige Generation der Zwölf- bis 18-Jährigen wahrscheinlich eine geringere Lebenserwartung haben als die jetzt schon ältere Bevölkerung, schlugen Ärzte in der nord-englischen Metropole vor einigen Jahren Alarm. Umweltverschmutzung, feinstaubbelastete Luft, vor allem zu wenig Bewegungsmöglichkeiten begünstigten den Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs. Die Stadt reagierte, schuf Bewegungsräume, kreierte mit den Fußballclubs FC Everton und FC Liverpool Breiten- und Nachwuchssportangebote, wurde zu einem der Initiatoren der weltweiten Active-City-Bewegung und am 5. Oktober in Buenos Aires – wie Hamburg – als eine von sechs Städten als Global Active City ausgezeichnet.

Längst ist bekannt, dass chronische Krankheiten im Erwachsenenalter zunehmen, weil sich die Menschen heute von Kindesbeinen an immer seltener bewegen. Unser vom Tablettenkonsum geprägtes Gesundheitssystem reagiert aber oft erst dann, wenn der Patient mit Beschwerden in die Praxis kommt. Dabei könnten zig Milliarden gespart werden, würde systematisch vorgebeugt. Und Bewegung bleibt neben Ernährung die beste Prävention.

In Hamburg ist das keine neue Erkenntnis. Schon bevor der Senat im März 2016 als Erbe der gescheiterten Olympiabewerbung das Programm Active City auflegte, galt die Stadt bundesweit als jene mit der aktivsten Bevölkerung. In welchem Maße die jährlichen Großsportveranstaltungen dazu beigetragen haben, bei denen jeder mitmachen kann und damit aktiver Teil wird, ist nicht belegt. Bewiesen ist: Breiten- und Spitzensport ergänzen sich, Spitzensportler sind Vorbilder, animieren zum Nacheifern. Boris Becker (Tennis) und Golfer Bernhard Langer sind beste Beispiele für diese Zusammenhänge. Hamburg macht also nichts falsch, wenn es sich die besten Sportler der Welt regelmäßig in die Stadt holt.