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HSV-Stürmer Lasogga lässt Tore sprechen

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Alexander Laux

Das Comeback des HSV-Stürmers: Erst abgeschoben und verspottet, dann gefeiert.

Die Karriere von Pierre-Michel Lasogga liest sich wie eine wilde Achterbahnfahrt. Einst gefeierter Retter in der Relegation in Fürth 2014, danach ausgestattet mit einem üppig dotierten Fünfjahresvertrag. Einen kommenden A-Nationalspieler schien der HSV da an der Angel zu haben, der seine Premiere bei Joachim Löw 2014 ja nur wegen einer Blessur verpasst hatte. Danach lief es jedoch so schlecht, dass auch Investor Klaus-Michael Kühne 2017 Häme und Spott über den Stürmer („Flop des Jahrhunderts!“) ausschüttete.

Dass sich jetzt ausgerechnet Lasogga anschickt, die nötigen Tore für das Unternehmen Wiederaufstieg zu schießen, liegt nur daran, dass sich nach dem Ende des Leihgeschäfts mit Leeds United kein Abnehmer fand. „Nichts ist, wie es scheint“, war eine Lieblingsfußballerweisheit von Ex-HSV-Trainer Martin Jol – Lasogga liefert einen weiteren Beweis.

Natürlich ist das Gehalt, das der 26-Jährige beim HSV bezieht, für Zweitligaverhältnisse absurd hoch. Sein Pech ist zudem, dass mit seinem Namen ganz einfach die Fehler der Vergangenheit zusammengefasst werden können, weil versäumt wurde, ein Vertragswerk zu erstellen, das eine Reduzierung der Bezüge im Abstiegsfall beinhaltet. Schlicht amateurhaftes Management.

Sollte Lasogga seine Torquote auch nur annähernd halten können, dürften ihn Grundgehalt und Prämien zum bestbezahlten Zweitligaspieler aller Zeiten machen. Vorzuwerfen ist ihm das nicht, im Gegenteil, er und seine Familie haben ganz einfach gut verhandelt.

Bemerkenswert auch, wie sich der HSV-Angreifer in schwierigen Phasen verhielt. Kein öffentliches Abpesten gegen Kühne, kein böses Wort gegen den Arbeitgeber. Der Stürmer schwieg lieber und baute darauf, dass er irgendwann wieder Tore sprechen lassen kann. Auch deshalb hatte Lasogga stets Kredit bei den Fans. Man darf gespannt sein, wie die Geschichte mit Lasogga endet. Im Juni 2019 läuft sein Vertrag aus.

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