Meinung
Glosse

Schöner wohnen auf vier Rädern

Der Autor ist Redakteur in der Lokalredaktion beim Abendblatt

Der Autor ist Redakteur in der Lokalredaktion beim Abendblatt

Foto: Birgit Schücking

Voll smart, die Trends des Caravan Salons! Statt zu reisen, wird eine Autobahnfahrt auf die Frontscheibe projiziert.

Wohnmobile lümmeln sich in loungigen Wohnzimmern und öffnen ihre Schlafdächer: So ungefähr stellen wir uns einen Caravan Salon vor. Wahrscheinlich ist das völlig falsch. Einem Vorbericht zum Caravan Salon in Düsseldorf entnehmen wir, dass es dort vielmehr um die „drei K“ geht: „Konnektivität, Komfort und Kompaktheit“.

Gut, Komfort erklärt sich von selbst. Mittlerweile gibt es schon Wohnmobile, die nicht mehr bewegt werden müssen. Auf die Frontscheibe wird ein Endlosvideo der Fahrt auf der A 1 Richtung Süden projiziert, staufrei natürlich. Fertig ist das komfortable Fahrvergnügen. Voll smart! Die meisten Autobahnen können das heutzutage so nicht mehr bieten.

Mit der Konnektivität ist es noch nicht so weit her. Natürlich will ich, dass mein Saugroboter auch im Caravan die Bodenflächen sauber hält. Aber er stößt nur überall an und saugt sich fest. Mein Acht-Flammen-Herd, mein King-Size-Bett und meine Heimkino-Anlage sollten problemlos Anschluss bekommen. Kompaktheit ist sicherlich der schwierigste Trend. Denn kompakt ist das ja schon, was derzeit als Wohnmobil auf den Straßen herumfährt. Hin und wieder sieht man am Heck eine zarte Rauchschleppe, gewissermaßen einen luftigen Kompaktheitsprotest – das war es dann aber auch schon.

Dennoch lässt sich manches noch kompakter gestalten. Erster Schritt: Die Weingläser werden fest auf dem Tisch verschraubt. Getrunken wird mit einer Pipette, da fällt das Maßhalten leichter. Die Wohnmobile der Zukunft werden viel kleiner und leichter sein. Sie laufen mit Strom und sind, wenn sie sich im Wohnzimmer lümmeln, in null Komma nichts wieder aufgeladen.