Meinung
Kommentar

Vorsicht, teure Immobilien in Hamburg!

Nun warnt sogar der IWF vor möglichen Ausfällen bei der Finanzierung von Immobilienkäufen. Den Hinweis sollte man ernst nehmen.

Hamburg. Dass Immobilien in Hamburg teuer sind, ist weder neu noch originell. Dass sich allerdings der Internationale Währungsfonds (IWF) mit dieser Entwicklung kritisch auseinandersetzt, darf zumindest als überraschend eingestuft werden, denn schließlich ist der IWF eigentlich dafür da, Ländern, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden, Kredite zu gewähren – zumeist verbunden mit harten wirtschaftspolitischen Auflagen. Nun kümmert sich der IWF also um München, Hamburg und Frankfurt. Der Grund: Nach Ansicht des Währungsfonds haben die Preise in vielen deutschen Metropolen mittlerweile ein Niveau erreicht, das Anlass zur Sorge gibt.

Deshalb rät der IWF den Politikern und Bankern hierzulande, genau hinzuschauen, ob die Finanzierung der Immobilien noch wirklich seriös erfolgt. Oder haben sich bereits zu viele Käufer finanziell übernommen? Sind die Haus- und Wohnungskredite auf Kante genäht? Droht womöglich das Platzen einer Immobilienblase, sodass auch Banken ins Schlingern geraten könnten?

Der Hinweis des IWF sollte ernst genommen werden

Noch gibt es kein überdurchschnittliches Ausfallrisiko für Immobilienkredite in Hamburg und anderen Großstädten. Schließlich sind die meisten Darlehen über einen langfristigen Zeitraum und zu historisch niedrigen Zinsen aufgenommen worden. Allerdings führt der Blick auf die zum Teil doch sehr niedrigen Eigenkapitalquoten zu Sorgenfalten. Denn nicht nur die Zinsen für die Anschlussfinanzierung in fünf oder zehn Jahren dürften deutlich höher liegen als heute.

Auch der konjunkturelle Aufschwung, der sich schon im neunten Jahr befindet, geht langsam zu Ende. Die Gefahr, seine Arbeit zu verlieren, könnte also schon bald wieder steigen. Und ohne Job und mit höheren Zinsen dürfte es dann vielen Hamburgern schwerfallen, den Kredit für ihre zu extrem hohen Preisen gekaufte Immobilie weiter zu bedienen. Der Hinweis des IWF sollte also ernst genommen werden.