Meinung
Kommentar

Am Ende kommt es auf die Eltern an

Vereinbart: Pilotprojekt für Erhalt katholischer Schulen.

Nun hat sich der Tanker Erzbistum doch bewegt: Endlich, nach mühsamen Monaten der Verhandlungen haben sich die katholische Kirche und die Hamburger Schulgenossenschaft auf ein gemeinsames Pilotprojekt für den Fortbestand katholischer Schulen geeinigt. Auch wenn noch etliche Details zu klären sind: Die Chance, dass jetzt zumindest drei der acht von Schließung bedrohten katholischen Schulen gerettet werden, ist nun sehr hoch.

Zum Leben wird dieses hoffnungsvolle Schulprojekt in Harburg jedoch erst erweckt, wenn alle mitziehen. Entscheidend ist, dass die Lehrer an den drei Standorten, zu denen nach dem Willen der Genossenschaft noch die Bonifatiusschule in Wilhelmsburg kommen soll, und vor allem die Eltern die Chancen dieses Projekts erkennen. Der Erfolg des ungewöhnlichen Bündnisses – das Erzbistum als Schulträger, die Genossenschaft als Betreiber – wird letztlich davon abhängen, dass Väter und Mütter ihren Nachwuchs auf einer dieser Schulen anmelden.

Beide Seiten – das Erzbistum und die Schulgenossen – beweisen Mut, weil sie sich auf Neuland wagen. Die Genossenschaft, ein Zusammenschluss engagierter Katholiken, muss zeigen, dass sie es besser kann als das Erzbistum selbst, das sich des dramatisch angewachsenen Schuldenberges nur noch mit Schulschließungen zu erwehren wusste.

Und auch Hamburgs führende Katholiken haben Mut bewiesen: den Mut, ihre einmal getroffene Entscheidung zu revidieren. Auf der anderen Seite kann das Bistum mit der Bereitschaft, zumindest einen Teil der mit Schließung bedrohten Schulen zu retten, perspektivisch nur Vertrauen zurückgewinnen. Vertrauen, das bei vielen Katholiken durch den nie wirklich stringent begründeten Kahlschlag verloren gegangen ist.

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