Meinung
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A 20 – alles auf Anfang

Wie der Bau mit den neuen Planern endlich gelingen kann

Deutschland ist ein zivilisiertes Land. Wir haben Glasfasernetze und Stromautobahnen, wie haben perfektes Trinkwasser, eine von vielen bewunderte Gesundheitsversorgung und ein hochkomplexes Recycling-System. Um nur ein paar Dinge zu nennen. Was wir mittlerweile nicht mehr haben, ist ein funktionierender Autobahnbau. In Schleswig-Holstein, aber nicht nur dort, findet sich der Beweis dafür.

Die A 20 kommt einfach nicht von der Stelle. Seit 27 Jahren wird daran gearbeitet, 39 Kilometer wurden in dieser Zeit gebaut. Das sind im Durchschnitt knapp 1,5 Kilometer pro Jahr. In Wirklichkeit liegen die Bauarbeiten seit fast zehn Jahren brach.

Die A 20 ist zu einem Phantom geworden. Einem Phantom, das sich nur auf dem Papier materialisiert. Das Planer, Umweltschützer und Richter beschäftigt, aber im Leben der Schleswig-Holsteiner keine Rolle mehr spielt. Wird sie je fertig werden?

Im Moment muss die ehrliche Antwort lauten: Nein, sie wird wohl nicht mehr fertig. Das Umweltrecht ist zu kompliziert geworden. Mit Zwergschwänen und Fledermäusen lassen sich Planungen so lange verzögern, bis sie schon allein deshalb von vorn beginnen müssen, weil sich die rechtlichen oder materiellen Voraussetzungen geändert haben. Neue Planungen führen zu neuen Klagemöglichkeiten. Und so prozessieren wir uns zu Tode.

Der Wechsel zur Planungsgesellschaft Deges ist nun der letzte Versuch, aus dem Phantom A 20 doch noch eine leibhaftige Autobahn zu machen. Die Deges wird das nur schaffen, wenn man ihr hilft. Die Landtagsfraktionen müssen aufhören, die Straße für parteitaktische Spiele zu nutzen. Und die Umweltschützer müssen wieder zu Umweltschützern werden – und aufhören, Autobahnverhinderer sein zu wollen.

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