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Trotz Emirates-Auftrag: A380 bleibt ein Problemflieger

Wolfgang Horch

Wolfgang Horch

Foto: Michael Rauhe / HA

Dubai bestellt 20 Maschinen. Der Emirates-Auftrag verschafft Flugzeugbauer Airbus Zeit für den Deal mit China.

Am Ende standen genau zwei Varianten zur Auswahl: Entweder verkündet Airbus das Aus für den A380. Oder es gibt einen neuen Auftrag des Großkunden Emirates. Seit gestern ist nun klar: Das größte Passagierflugzeug hat wieder eine Zukunft. Die Fluglinie aus Dubai bestellt 20 Maschinen. Das Programm ist gerettet, das ist auch gut für die Beschäftigten am Standort Hamburg.

Die Probleme des Flugzeugs bleiben allerdings bestehen – und es gibt viele. Außer Emirates schafft es keine Airline, den bis zu 853 Passagiere fassenden Großraumjet auf vielen Routen auszulasten und ein ertragreiches Geschäftsmodell zu entwickeln. Mehr A380 will Emirates nicht einsetzen, die ab 2020 ausgelieferten Jets sollen ältere Flieger ersetzen. Das erhöht den Druck auf den Gebrauchtmarkt. Schon heute ist der erste im Liniendienst eingesetzte A380 ausgemustert. Zehn Jahre nach der Indienststellung – eine Seltenheit in der Branche, die auf Langlebigkeit ausgelegt ist. So fliegt der A320 seit Ende der 80er-Jahre. Die Technik machte aber seit der A380-Entwicklung so einen Sprung, dass der viermotorige Riesenflieger im Vergleich zu neuen Jets wie dem Airbus A350 und der Boeing 777 mit zwei Triebwerken unwirtschaftlicher ist.

Für neue Aufträge in größerer Stückzahl gibt es neben Emirates daher wohl nur eine Option. Die Chinesen könnten A380 kaufen, wenn im Gegenzug Arbeitsschritte in dem Land erfolgen. Dieses von Airbus erwogene Zugeständnis wäre der richtige Schritt. Denn der Auftrag von Emirates gibt nur für einige Jahre Ruhe und verschafft Zeit, einen Deal mit China auszuhandeln. Wie angekündigt zehn Jahre kann die Fertigung damit nicht aufrechterhalten werden. Eins ist ohnehin klar: Selbst wenn noch Aufträge folgen sollten, unterm Strich wird der Konzern mit dem A380 niemals Geld verdienen.

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