Meinung
Kommentar

Frauen sind wieder mal die Dummen

Unterschiede nach Geschlecht sind ungerecht. Das muss sich ändern.

Frauen sollen für einen Kurzhaarschnitt zwölf Euro mehr bezahlen als Männer? Wie bitte? Und das rosa Bobbycar kostet vier Euro mehr als die rote Variante des Spielzeugautos? Es war überfällig, dass die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Preisdifferenzierung nach Geschlechtern untersucht hat. Offenbar sind Frauen wieder mal die Dummen. Sie zahlen vielfach drauf.

Nicht gerechtfertigt ist der Preisunterschied dort, wo es sich um dieselbe Dienstleistung handelt – also auch den selben Arbeitsaufwand – und dennoch zwei Preise ausgewiesen werden. Vielfach steckt jedoch Mehraufwand hinter einem höheren Preis. Außerdem haben Geschlechter unterschiedliche Vorlieben und sind bereit, mehr dafür zu bezahlen. Die Unternehmen machen sich das zunutze. In einer freien Marktwirtschaft ist das legitim.

Wichtig ist: Verbraucher müssen Alternativen wählen können. Wer nicht für ein Mädchen-Duschgel mehr bezahlen will, der kann einfach ausweichen. Beim Friseur allerdings gibt es keine Wahlmöglichkeit. Dass nun zu der Diskriminierung, die Frauen etwa bei der Bezahlung im Job und bei ihren Karrierechancen erleben, nicht auch noch die Ungleichbehandlung an der Kasse kommt, gilt es zu verhindern. Die Gefahr besteht – immerhin geht es um alltägliche Dienstleistungen.

Sinnvoll wäre ein Modell, wie es sich in Österreich schon durchgesetzt hat: Der Preis einer Dienstleistung wird nicht mehr nach Geschlecht ausgewiesen, sondern nach der Leistung. Im Falle der Reinigung: automatisch waschen und von Hand bügeln. Aber auch der Kunde ist gefragt: Er muss mit kritischem Blick durch den Supermarkt gehen und sich fragen, ob ein höherer Preis tatsächlich Qualität und Leistung oder reines Marketing widerspiegelt.