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Kabarett: Ohne Moos kein Spott

Alma Hoppes Lustspielhaus bekommt erstmals Förderung durch die Stadt. Gut so!

Die Justiz in einer guten Demokratie ist ebenso unabhängig wie – das Kabarett. Beide aber kosten Geld. Das wissen auch Nils Loenicker und Jan-Peter Petersen, die als Alma Hoppe seit 1994 ihr Lustspielhaus in bester Eppendorfer Randlage betreiben. Die Gala ihres Kabarett-Fests, mit der das Theater am Sonnabend den 23. Geburtstag feierte, stellte indes eine Zäsur dar: Bisher als privat finanziertes Unternehmen existierend, wird die Satire-Institution von 2017/18 an erstmals 74.000 Euro Förderung aus dem Privattheatertopf der Hamburger Kulturbehörde erhalten. Petersen, der sich einst gegen „subventioniertes Kabarett“ wandte, sieht die Unterstützung jetzt als „Schritt hin zur Gleichbehandlung“ mit anderen Bühnen. Das Geld soll für gestiegene Miete, Personal- und Produktionskosten aufgewandt werden.

Die Unabhängigkeit des Lustspielhauses, das allein im Festmonat März 25 Gastkünstler und sechs Premieren präsentierte, scheint dennoch gewahrt. Bester Beweis waren bei der Gala pointierte Spitzen von Politparodist Reiner Kröhnert auf Merkel und Schulz oder Sottisen von Altmeister Hans Scheibner, der Böhmermanns Schmähgedicht auf Erdogan zu einem Shakespeare-Stück weiterspann. Und wie sagte Justiz-Kabarettist Werner Koczwara mit Bezug auf ein Urteil des OLG Köln: „Für sinnlose Vorgänge besteht kein Regelungsbedarf“...

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