Meinung
Offen gesagt

Fifty Shades of Legosteine

Unter der Überschrift „Lego-Batman schlägt ,Fifty Shades of Grey‘-Fortsetzung“ bot die Deutsche Presse-Agentur am Montag einen Text zu den Kinocharts in den USA an. Ein Schelm, der Böses bei dieser Formulierung denkt. Denn die Parallelen sind überschaubar: In beiden Filmen geht es um reiche Schlägertypen mit eher unkonventionellen Hobbys, die Protagonisten tragen gern Schwarz (und Maske). Einer der beiden Filme erzählt aber eine so unwahrscheinliche wie platte Geschichte, bedient sich abgeschmackter Klischees und Rollenbilder und ist eigentlich nur etwas für schlichte Gemüter. Kein Wunder, dass der Superheld aus Legosteinen vorne liegt.

Andererseits ist eine der am weitesten verbreiteten sadomasochistischen Praktiken bekanntermaßen das Verteilen von Legosteinen auf Fußböden. Selbst gestandene Fakire wurden schon dabei beobachtet, wie sie laut fluchend auf einem Bein herumhüpften, nachdem sie barfuß in einen der gemein im Hochflorteppich lauernden Steine getreten waren.

Hauptsache, niemand verrät der „Fifty Shades“-Autorin E.L. James etwas vom SM-Potenzial der Legosteine. Sonst steht uns womöglich eine wirklich perverse Fortsetzung des Hausfrauen-Fessel-Pornos ins Haus: „Fifty Shades of Lego – Steine des Anstoßes“.