Meinung
Glosse

Bikini-Zone der Männer: Aah und Ooh am Strand

Darf man im Sand High Heels tragen? Umfragen zeigen, was den Deutschen im Sommerurlaub wichtig ist.

In diesen Tagen stehen Tausende Hamburger auf den Straßen und starren ungläubig in den Himmel: Was ist das? Ein Ufo? Ein Flugzeug? Ein Wetterballon? Ja, viele hatten schon vergessen, was eine Sonne ist.

Und kaum ist sie erschienen, dürfen auch diverse Umfragen zum Thema „Sommer, Sonne, Kaktus“ (Helge Schneider), die schon länger in den Schubladen schimmelten, endlich zu ihrem Recht kommen und mitteilen, was wir Deutschen über Strand, Sand und Sitten denken. Wir möchten Ihnen den Zahlensalat ersparen und einfach nur die Ergebnisse interpretieren und vorstellen.

Demnach ist gutes Aussehen Aah und Ooh auf den Handtüchern und Sonnenliegen zwischen Ostsee und Karibik. Diäten und mehr Sport sind vor der Abfahrt angesagt, die Bikinizone wird gewachst und poliert, und auch am Strand ist ein perfektes Make-up offensichtlich wichtiger als die Mitnahme von Sonnencreme. Das Smartphone gehört ebenfalls für viele mit in den Strandkorb, um Grüße in die hoffentlich verregnete Heimat zu schicken, zur Not wird mit Bildbearbeitungsprogrammen nachgeholfen.

Zu den großen Ärgernissen im Sand gehören High Heels (!) und zu knappe Bikinis der Platznachbarinnen, noch schlimmer sind Adams- und Evakostüme und generell Männer. Ja, Männer. Waschtrommelbäuche werden nicht gern gesehen, und auch die klassisch-enge Badebuxe geht überhaupt nicht mehr. Und bei Männern ist die Bikinizone eben der Kopf. Mehr nicht. Es dauert also nicht mehr lang, bis wir nicht über ein Burkini-Verbot diskutieren, sondern über den Burkini-Zwang. Für Männer.