Meinung
Offen gesagt

„Alaaaarm!“: Das Boot taucht wieder auf

Tino Lange

Tino Lange

Foto: Klaus Bodig / HA

Bei der Frage nach den besten deutschen Filmen ist natürlich Wolfgang Petersens „Das Boot“ aus dem Jahr 1981 immer vorne dabei. Die Kinoversion war für sechs Oscars nomininiert, aber erst der auf fünf Stunden erweiterte ARD-Dreiteiler gab der bedrückenden und luftabschnürenden Handlung und den fantastischen Schauspielern (der nahezu komplette Cast wurde zu Stars) den nötigen, auf U96 sehr beengten Raum.

Schon mehrfach haben wir in dieser Rubrik geunkt, dass es im allgemeinen Remake-Fieber von Kino und Fernsehen nur eine Frage der Zeit ist, bis jemand sich an die einzigartige Film-Kulturmarke „Das Boot“ wagt und damit sofortigen Medienrummel und maximale Aufmerksamkeit erregt. „Alaaaarm!“, jetzt ist es passiert: Sky Deutschland und Bavaria Film haben 25 Millionen Euro („Vorne oben 15, hinten oben 10“) zusammengetragen und produzieren eine aus acht einstündigen Folgen bestehende, international besetzte Fernsehserie, die auf Lothar-Günther Buchheims Romanen „Das Boot“ und „Die Festung“ basiert: „Wir wollen auf die starke Marke ,Das Boot’ aufsetzen und die Geschichte in zeitgemäßer Weise fortführen“, sagt Bavaria-CEO Christian Franckenstein.

„Zeitgemäß“ kann ja vieles heißen. Vom flachen, effektheischenden „Salzwasser-Western“, wie Buchheim über die damalige Kinofassung meckerte, bis zum Antikriegs-Epos mit dem Tiefgang der TV-Version. Fest steht: „Das Boot“ taucht bald wieder auf. „Kein schlechter Plan, nur: klappen muss er.“