Meinung
Offen gesagt

Für die Erhaltung des Status Quo

Man kann der britischen Rockband Status Quo ja nicht vorwerfen, dass sie sich keine Mühe gegeben hat. 50 Jahre lang mühten sich Francis Rossi, Rick Parfitt und ihre Mitstreiter, mehr als drei Akkorde in einem Song unterzubringen. Wie erfolgreich diese Versuche endeten, fasste Quo selbstironisch 2007 mit dem Albumtitel „In Search Of The Fourth Chord“ zusammen. Die Suche nach dem vierten Akkord war ein Lebensziel.

Nun geben sie auf, wie am Montag bekannt wurde. „Es wird immer schwerer für uns, große Shows zu geben. Vor 30 Jahren haben wir das letzte Mal gesagt, dass wir aufhören – dieses Mal ist es eine endgültige Entscheidung“, teilte Francis Rossi, 66, mit. Für eine letzte Herbsttour werden die Gitarren noch unter Strom gesetzt für „Caroline“, „Rockin’ All Over The World“, „In The Army Now“, „Whatever You Want“ und „Roll Over Lay Down“, danach wird kürzer getreten. „Eine Show tut heute körperlich weh“, ergänzte Rick Parfitt, 67.

Die Aufrechterhaltung des Status quo ist schwierig für rüstige Rocker. Viele machten sich in den letzten Wochen auf den Weg ins Jenseits oder starteten im Diesseits Abschiedstourneen. Die ewigen Konstanten im Rock’n’Roll-Kalender fallen nach und nach weg. Aber vielleicht überlegt es sich Status Quo noch mal mit dem Aufhören. So wie diese Gruppe aus Hannover, die 1965 den Bandnamen wählte, den Status Quo schon 1962 hatte, dann aber änderte: Scorpions.