Meinung
Kommentar

Integration: Umdenken statt stur planen

Großsiedlungen für Flüchtlinge behindern die Integration

Ende dieses Jahres wird die Zahl der Flüchtlinge, die dauerhaft in Hamburg bleiben, bei fast 40.000 liegen. Auch wenn am Ende nicht jeder Asylantrag durchkommt, ist doch klar: Die Stadt steht vor großen Herausforderungen, diesen Menschen die Chance auf eine Integration zu ermöglichen.

SPD und Grüne haben ohne öffentliche Debatte entschieden, jeweils mehrere Tausend Flüchtlinge in Großunterkünften unterzubringen. Wohl wissend, dass damit die Gefahr räumlicher Isolation verbunden ist, die In­tegration erschwert und Folgekosten in zigfacher Millionenhöhe verursacht werden. Der Stadtsozialoge Prof. Jürgen Friedrich sagte vor einigen Tagen im Rathaus, Integration sei „weit mehr als ein Dach über dem Kopf“. Zwar sei die Herausforderung der Flüchtlingskrise groß, und Großunterkünfte erschienen alternativlos. „Wir wissen aber auch, dass es falsch ist.“

Abgesehen davon ist der Bau von Großsiedlungen aufwendig, sodass es noch viele Monate dauern wird, bis die ersten Flüchtlinge einziehen können. Nicht zuletzt erschweren SPD und Grüne mit ihrer kompromisslosen Festlegung auf große Flüchtlingsquartiere die Suche nach kleineren, womöglich günstigeren Wohnlösungen.

So sagte der Sprecher der Sozialbehörde zu einem Kompromissvorschlag der Bürgerinitiative aus Neugraben-Fischbek, über die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Stadtteil untergebracht werden sollten, gebe es nichts zu besprechen.

In Poppenbüttel wiederum musste die Bürgerinitiative erleben, wie Sozialdemokraten und Grüne nach einem Gespräch kurzerhand davon sprachen, die Bürger hätten die geplante Aufstockung der Unterkunft von 170 auf 300 Wohnungen akzeptiert, obwohl das gerade nicht so war.

Die Regierenden begründen ihre Haltung zumeist damit, dass es keine Alternative gebe. Das ist natürlich falsch. Andere Lösungsmöglichkeiten gibt es immer, und Politik hat die Aufgabe, ständig nach ihnen zu suchen und sie umzusetzen.

Denn die Folgen der von Rot-Grün behaupteten Alternativlosigkeit treffen vor allem die Flüchtlinge. Sie werden länger in menschenunwürdigen Verhältnissen leben müssen.

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