Meinung
Kommentar

Wer Lieder covert, legt dem Künstler Herz zu Füßen

Nennen wir es ruhig eine Liebesgeschichte, oder? Der Indie-Barde Ryan Adams, früher nannte man ihn einen Heros des Alternative Country, und Taylor Swift, Popmegastar, haben sich in den vergangenen Monaten mit Belobigungen und Preisungen nur so bombardiert. Wie das halt so ist, wenn ein Genius auf den anderen trifft. Adams hat jetzt das komplette „1989“-Album der Sängerin gecovert. Mainstreamverächter würden sagen: Er hat den High-End-Pop Swifts erträglich gemacht. Wir dagegen sagen: Adams’ Akustikgitarren erinnern die einstige Country-Chanteuse an ihre Wurzeln.

Wir sagen: Wenn Indie-Weicheier das Liedgut der Popdiven covern, dann ist das so, als mache der coole, aber auch ein wenig linkische Junge aus der letzten Reihe dem populärsten und schönsten Mädchen der Klasse den Hof. Und das ist dann ganz gerührt, weil da einer mutig ist, obwohl noch nicht mal die Frisur sitzt.

Travis haben einst Britney Spears nachgespielt, die Flaming Lips Kylie Minogue, Heino Rammstein. Wer einen anderen Künstler ehrt, indem er seinen Song interpretiert, der legt diesem Künstler immer auch sein Herz zu Füßen: Sieh her, ich habe meine eigenen Noten, aber ich nehme deine. Der Song mag nun anders klingen, aber hey, ich habe ihn besser gemacht.

Und jetzt lass uns im Caddy durch Nashville heizen, schwarzbraun ist die Haselnuss.