Meinung
Kommentar

Michael Otto setzt ein Zeichen

Mit seiner Spende ermöglicht er Spitzenmedizin in Hamburg

In einem unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfeld haben die Hamburger Krankenhäuser nur eine Chance: weiter wachsen und immer besser werden. Während die Kliniklandschaft im Rest Deutschlands in Teilen verödet, ist der Boom bei Diagnosen, Behandlungen, Notfällen und Pflege an Alster und Elbe anscheinend grenzenlos. Das Albertinen, die Helios-Gruppe, die Schön-Kliniken und natürlich der Asklepios-Konzern, an dessen Hamburger Gesellschaft die Stadt mit 25,1 Prozent beteiligt ist, investieren und wachsen weiter.

Sie profitieren von der Landflucht der Patienten und der alternden Gesellschaft. Wer in diesem größtenteils privatwirtschaftlichen Umfeld ein wenig benachteiligt wirkt, ist das Uniklinikum Eppendorf. In dem Mega-Betrieb sollen Ärzte ausgebildet, schwierigste Patienten umsorgt und Tausende Notfälle versorgt werden. Gleichzeitig muss geforscht werden, um auch in Zukunft Spitzenmedizin zu garantieren. Bei einer solch großen Aufgabe ist man auf Spender angewiesen.

Der Unternehmer Michael Otto ist oft und mit Recht für sein Engagement gelobt worden. Die Summe für das Leuchtturmprojekt des UKE und der Stadt auf zehn Millionen Euro zu verdoppeln, das ist das Eine. Otto sieht aber auch das Potenzial der 70 Millionen Euro verschlingenden Ausbaupläne und die vielen klugen Köpfe, die die Medizinmetropole prägen. Er will auch ein Zeichen für weitere Gönner setzen.

Denn die Klinikfinanzierung steht auf wackligen Füßen. Die zur Investition verpflichteten Länder sind klamm. Das UKE leidet darunter, dass es viele knifflige Fälle medizinisch lösen muss, für die es nicht ausreichend finanziert wird. Man denke nur an die vielen seltenen Erkrankungen, die Schweinegrippe-Epidemie oder Ebola.

In seiner Gunst des Gebens hat Michael Otto, dem die Kindermedizin tatsächlich sehr am Herzen liegt, auch diese Rahmenbedingungen mitbedacht. Der Hamburger Senat und die Bürgerschaft können sich glücklich schätzen, dass ihr Anspruch auf Spitzenmedizin so handfest unterstützt wird. Damit sind sie nicht davon entbunden, die Gesundheits-Metropole weiterzuentwickeln. „Ordentlich“, wie Bürgermeister Scholz zu sagen pflegt.