Meinung
Kommentar

Börsencrash in China: Mehr als ein Sack Reis

Oliver Schade, Leiter des Wirtschaftsressorts beim Abendblatt

Oliver Schade, Leiter des Wirtschaftsressorts beim Abendblatt

Foto: HA / Andreas Laible

Die Wirtschaftslage im Reich der Mitte ist prekär, doch trotz aller Sorgen kehrt der Optimismus zurück.

So schnelllebig ist die Börse. Noch vor einer Woche zitterten die Anleger beim Blick auf die gefallenen Kurse. Wenige Tage später herrscht schon wieder Aufbruchstimmung. Der Optimismus kehrt zurück. Als ob in China nur ein Sack Reis umgefallen wäre. Dabei ist die Wirtschaftslage im Reich der Mitte tatsächlich prekär. Und auch eine Reihe deutscher, an der Börse notierter Firmen hat wegen ihres starken China-Engagements allen Grund, mit Sorge in die Zukunft zu schauen; zum Beispiel die großen Autohersteller.

Noch werden die Entscheidungen der Aktienkäufer von den fehlenden Anlagealternativen im Zinstief bestimmt. Zudem bemüht man nach dem Überspringen der DAX-Marke von 10.000 Punkten erneut die Kraft der Psychologie. Wird schon alles gut . . . Soweit die Hoffnung. Vorsichtigen Anlegern kann man zwei Tipps geben: Erstens: Weniger Unternehmen mit großer China-Abhängigkeit ins Depot holen. Zweitens: Börseninvestments nicht als kurzfristige Anlagestrategie verstehen. Denn mit Blick auf die Problemen in Fernost dürfte ein längerer Atem gefragt sein.