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Kommentar

WM-Auslosung: Die Wirrungen der Fifa

Deutschland gegen Frankreich, Spanien gegen Italien – beides mögliche Duelle in einer der Qualifikationsgruppen für die Fußball-WM 2018, die am Sonnabend in St. Petersburg ausgelost werden. Da sich nur die Gruppensieger direkt qualifizieren, könnte der eine oder andere Topfavorit auf den Titel also schon im Vorlauf scheitern. Doch warum gehen sich bei neun Gruppen nicht alle mutmaßlichen Titelanwärter aus dem Weg?

Die Fifa orientiert sich an ihrer eigenen Weltrangliste. Diese funktioniert nach einem komplexen Prinzip: Für jedes Länderspiel der vergangenen vier Jahre wird ein Wert errechnet, indem die errungenen Punkte mit der Bedeutung des Spiels und der Stärke des Gegners multipliziert werden. Klingt logisch – doch wer wie die Italiener bei einer WM zwei von drei Spielen verliert, schaut schon in die Röhre. Und die Franzosen hatten zuletzt keine „wichtigen“ Qualispiele, weil sie als Gastgeber für die EM 2016 gesetzt sind.

Das kleine Wales dagegen eilte zuletzt in der EM-Qualifikation gegen Andorra, Bosnien, Israel und Zypern von Sieg zu Sieg – und kletterte in der Rangliste in nie gekannte Höhen (Platz zehn). Rumänien war seit 1998 bei keiner WM, konnte sich in der EM-Quali aber an Färöern, Griechen, Finnen, Ungarn und Nordiren weitgehend schadlos halten – das reichte für die Topgruppe. Für die Fifa wäre Wales bei einem Duell gegen Frankreich demnach der Favorit – eine recht exklusive Ansicht. Doch mit solchen hat die Fifa in den vergangenen Jahren nie gegeizt.