Meinung
Nachspiel

Aurubis-Rettung geht alle etwas an

Es braucht nur wenig Fantasie, um sich die Schlagzeilen vorzustellen, die der Verlust eines Bundesligateams in einer angesehenen olympischen Sportart im Hinblick auf Hamburgs Bewerbung um die Sommerspiele 2024 produzieren würde. Dennoch griffe es zu kurz, nun die Stadt aufzufordern, die Etatlücke zu schließen, die der vor eineinhalb Jahren angekündigte Ausstieg der Kupferhütte Aurubis als Hauptsponsor der Fischbeker Volleyballerinnen reißen wird.

Ja, die Stadt ist in der Pflicht, verdienten Vereinen unter die Arme zu greifen. Sie kann aber kein Geld mit dem Füllhorn ausschütten, sondern lediglich die Wirtschaft für das Thema sensibilisieren. Dass die Unternehmen derzeit für die Olympiabewerbung kräftig zur Kasse gebeten werden, macht es indes für die alteingesessenen Clubs und Veranstalter nicht einfacher.

Auch der Verein, der in der Vergangenheit den Beweis schuldig geblieben war, mit viel Geld den entsprechenden Erfolg erreichen zu können, muss besser werden, seine Identität finden, Kontinuität schaffen und ein Produkt bieten, das die Menschen sehen wollen. Und Hamburgs Sportfans sind gefordert, mit einer breiten Begeisterung auch denen zu helfen, die nicht im Fokus der Massenmedien stehen.

Klar ist: Die Finanzierung der Profivereine darf nicht unter der Konzentration auf die Ausrichtung des größten Sportereignisses der Welt leiden. Nur wenn sich eine Stadt in ihrer Gesamtheit beides leisten kann, ist sie ein würdiger Olympiagastgeber.