Meinung
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Kein Platz in der Urnenwand

Haben Sie Sorgen, Probleme im Alltag? Ralf Nehmzow, der Leserbotschafter und Ombudsmann des Hamburger Abendblatts, vermittelt, hilft, engagiert sich für die Leser. Er schildert ihre Fälle und dokumentiert dazu die Reaktionen der Institutionen und Unternehmen, immer montags an dieser Stelle. Er kümmert sich auch um redaktionelle Anliegen von Lesern.
Friedhof reagiert jetzt, schafft Platz


Servicetechniker Thorsten Przybylski, 49 aus Öjendorf schreibt: „Meine Mutter ist am 5. September 2014 verstorben. Der Wunsch meiner Eltern war, in der Urnenwand auf dem Friedhof Öjendorf beigesetzt zu werden, die war jedoch besetzt, teilte man uns mit. Man sagte uns auch, dass dort gerade eine neue Wand erstellt wird, die aber erst später fertig werden würde. Mein Vater und ich waren einverstanden, zu warten. Am 12. Februar 2015 starb leider auch mein Vater. Das Bittere ist, dass er seine Frau nicht beisetzen konnte und in der Zeit keinen Anlaufpunkt hatte, sie zu betrauern. Seit August 2014 ist an der neuen Urnenwand nichts geschehen. Die Urnen meiner Eltern sind eingelagert, aber es gibt für sie immer noch keine endgültige Ruhestätte, das macht mich noch trauriger. Gerne würde ich damit abschließen, aber auch meine Familie, Freunde und Nachbarn würden das. Wann gibt es endlich eine Ruhestätte, ein Platz für die Urnen meiner Eltern?“

Lutz Rehkopf, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Unternehmenskommunikation, Hamburger Friedhöfe AöR, prüft den Fall, sagt:
„Die Öjendorfer Friedhofsverwaltung hat Herrn Przybylski gegenüber Zusicherungen zur Fertigstellung der Urnenwand gemacht, die so nicht einzuhalten waren. Wir bedauern das sehr. Leider kann zurzeit keine Vorhersage über die genaue Fertigstellung der neuen Urnenwand getroffen werden. Er mahnt zu Recht an, dass die Urnen möglichst bald in der Urnenwand beigesetzt werden. Dazu werden jetzt zwei reservierte Nischen der bestehenden Urnenwand freigegeben. Die Beisetzungen können erfolgen, sobald die Abschlussplatten mit den Namen beschriftet sind. Die Nischen werden vom Friedhof aus Kulanz für ihn freigegeben, denn Rechte an ihnen hat er nicht erworben, das wäre nur mit einer Vorsorge der Fall gewesen.“

Die Kosten für die Inschriften übernimmt aus Kulanz der Friedhof.