Meinung
Zwischenruf

Hauptsache, genug Senf im Haus

Mit vollgestopften Einkaufswagen standen die Menschen in Viererreihen an den Kassen. Viele hatte zugegriffen, als stünde der Weltuntergang bevor. Naja, so etwas ähnliches ist es wohl für manchen, wenn die Supermärkte am Feiertag schließen.

Und was da alles gebunkert wurde: Fast meterhoch stapelten sich am Mittwoch Berge von Alkohol und Geschirrspülmittel (beides wohl zum Vatertag), Tiefkühlpizzen, Babynahrung für mindestens fünf Wochen, Magerquark und noch mehr Alkohol. Und immer wieder Senf. Ein Nachbar hat mich mal drauf aufmerksam gemacht – und es stimmt: In jedem Wagen gläser- und tubenweise Senf, mal scharf, mal süß, mal mittelscharf. Hauptsache viel. Was soll das nur bedeuten? Kann man wirklich soviel grillen? „Schatz, denk auch an Senf“, scheint eine Abschiedsformel in zig Haushalten vor dem Weg zum Großeinkauf zu sein. Und das Verrückteste: Am Freitag waren diese Schlangen schon wieder da – zum Teil sogar dieselben Leute. Diesmal stand der Wochenend-Einkauf an. Da musste natürlich wieder gebunkert werden. Und bloß nicht den Senf vergessen.