Meinung
Stop and Go

Auch Roboter bauen Unfälle

Alexander Josefowicz

Alexander Josefowicz

Foto: Roland Magunia

Um Himmels Willen, wir müssen alle sterben! Gut, das müssen wir zwar sowieso irgendwann. Aber wenn man die aktuellen Meldungen zur Unfallstatistik der selbstfahrenden Autos von Google liest, könnte man meinen, die automobile Apokalypse stünde kurz bevor. In elf Unfälle waren die fahrerlosen Gefährte verwickelt in den vergangenen sechs Jahren. Elf! Und das ist ja erst der Anfang. Wenn die Robotermobile erst einmal Intelligenz entwickelt haben, werden sie Jagd auf uns unbescholtene Verkehrsteilnehmer machen, uns mit Stumpf und Stiel ausrotten, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Haben Sie mal „Christine“ von Stephen King gelesen? Oder die „Terminator“-Filme gesehen? Mensch gegen Maschine, genau so wird es kommen! Und wer ist schuld? Google!

Bei geringfügig genauerem Hinsehen scheint die Panik doch etwas verfrüht: Denn zum einen handelt es sich lediglich um Blechschäden, bei denen kein Mensch verletzt wurde, weder im Google-Mobil noch bei den anderen Beteiligten. Zum anderen gibt Google an, dass sich die Unfälle auf gut 2,7 Millionen Kilometer gefahrene Teststrecke verteilen, von denen die Flotte der gut 20 Fahrzeuge mehr als die Hälfte autonom zurücklegte. Das ist ja nun keine soooo schlechte Quote – auch wenn man natürlich bedenken muss, dass man sich in den ersten Jahren nicht im Straßenverkehr getummelt hat.

Aber trotzdem: Zieht man die sieben Auffahrunfälle ab, bei denen ein unachtsamer menschlicher Fahrer das Robotermobil von hinten angeditscht hat, bleiben ganze vier Unfälle in sechs Jahren übrig. Es gibt Fahranfänger, die schaffen das ohne Computerunterstützung in kürzerer Zeit.