Meinung
Nachspiel

Sidney Sam steht am Scheideweg

Ein Kommentar von Florian Heil

Zwei Jahre ist es jetzt her, als Sidney Sams Stern am Fußballhimmel richtig hell zu leuchten begann. Nationaltrainer Joachim Löw nominierte den beim HSV ausgebildeten Flügelspieler im Mai 2013 erstmals für die deutsche Nationalelf, in der er wenig später debütierte. Der Lohn für viele erstklassige Darbietungen zu seiner Zeit bei Bayer Leverkusen. „Wie er aus dem Stand antritt, dabei diese Ballkontrolle behält und das Tempo wechseln kann, das ist schon überragend“, sagte Frank Pieper damals, der Sam jahrelang beim HSV trainierte.

Doch im Mai 2015 ist Sams Stern bereits verglüht. Zu Saisonbeginn war der Dribbelkünstler für 2,5 Millionen Euro zu Schalke 04 gewechselt, wo er anstatt von 1,2 nun drei Millionen Euro im Jahr verdienen soll. Doch konträr zu seinem Bankkonto verhielt sich Sams Leistung, der nun, in einer Phase, in der es für seinen Club um alles geht, freigestellt wurde: Seine Körpersprache lasse zu wünschen übrig, zudem beschäftige er sich laut Manager Horst Heldt nur mit sich selbst.

Schon in Hamburg zweifelte Ende des letzten Jahrzehnts kaum jemand an den fußballerischen Qualitäten des gebürtigen Kielers. Dennoch ließ ihn der Club ziehen, da Sam damals schon als charakterlich schwierig galt und nach einem Vorfall aus dem HSV-Internat flog. Auch am Ende seiner Leverkusener Zeit meldete der damalige Trainer Sami Hyypiä offen Zweifel an Sams mentaler Reife an. Jetzt, im besten Fußballalter von 27 Jahren, steht Sam am Scheideweg: Eine Rückkehr in den Schalker Kader wird es nicht geben, zeigt er keine Einsicht, werden die Türen auch bei anderen Bundesligaclubs verschlossen bleiben.Für eine erfolgreiche Profikarriere reichen talentierte Beine mitunter nicht aus.

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