Meinung
Nachspiel

Halbfinale ist Klopps wichtigstes Spiel

Peter Wenig

Peter Wenig

Foto: Andreas Laible / HA

Am Tag vor einem DFB-Pokalhalbfinale öffentlich Fremdgehgerüchte zu dementieren, das bringt in Deutschland wohl nur ein Trainer fertig: Jürgen Klopp, den sie in Dortmund alle nur Kloppo nennen. Seine Frau, sagte er dann, hätte zwar „zigfachen Grund“ gehabt, ihn rauszuwerfen. „Aber nicht , dass ich was mit einer anderen Frau gehabt hätte, sondern weil ich ein bisschen doof bin.“

Dabei hätte es vor diesem Spiel keiner privaten Schlagzeilen bedurft. Hier Pep Guardiola, der das Bayern-Triple mit Champions-League-Triumph, Meisterschaft und DFB-Pokalsieg anpeilt, dort Jürgen Klopp, der sich mit aller Macht mit einem Titel verabschieden will – mehr geht nicht in einem innerdeutschen Vereinsduell.

Dieses Halbfinale zeigt einmal mehr, wie schnelllebig der Fußball inzwischen ist. Noch vor drei Monaten galt Klopp als hoffnungslos gescheitert: Tabellenletzter mit diesem Starensemble, was für eine Blamage. Nach einem Zwischenspurt hat Dortmund wieder das internationale Geschäft in Schlagweite. Gelingt Klopp heute ein Sieg beim Rekordmeister, wäre eine verkorkste Saison endgültig gerettet. In der schwarz-gelben Geschichtsschreibung gelten die Bayern schließlich als Verursacher allen Borussia-Ungemachs, da sie mit Mario Götze und Robert Lewandowski zwei Säulen aus dem Dortmunder Team rissen. Ein Triumph ausgerechnet in der Arena des Klassenfeinds würde sogar den Frust über das Verpassen der Champions League vergessen lassen.

Um 20.30 Uhr wird heute Abend Klopps wichtigstes Spiel angepfiffen.