Meinung
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Krebskranke erhält 476 Euro zurück

Haben Sie Sorgen, Probleme im Alltag? Ralf Nehmzow, der Leserbotschafter und Ombudsmann des Hamburger Abendblatts, vermittelt, hilft, engagiert sich für die Leser. Er schildert ihre Fälle und dokumentiert dazu die Reaktionen der Institutionen und Unternehmen. Er kümmert sich auch um redaktionelle Anliegen von Lesern.

Leserin konnte nicht fliegen

Eine Leserin, 63, (Name der Red. bekannt) schildert folgenden Fall: „Mein Lebensgefährte und ich hatten bei Air Berlin für uns einen Hin- und Rückflug Hamburg–Portugal gebucht. Die Reise sollte am 18. April beginnen, eine Woche später wollten wir zurückkehren. Leider wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert und anschließend operiert, jetzt läuft die Therapie an. Da sich die Chemo- und Strahlentherapie bis voraussichtlich September hinziehen wird und noch nicht feststeht, was anschließend passieren soll, haben wir die Flüge stornieren wollen. Zunächst zeigte sich Air Berlin am Telefon recht verständnisvoll und wollte von uns die Krankheitsbescheinigung, die ich dann auch per E-Mail einreichte. Anschließend bekamen wir die schriftliche Nachricht, dass eine Rückerstattung nicht möglich sei. Selbst nach erneuter telefonischer Rücksprache zeigte sich Air Berlin zwar mitfühlend, bestätigte aber bedauernd, dass die Rückzahlung nicht erfolgen könne, weil das in den Vorschriften so verankert sei. Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass Air Berlin diese Tickets problemlos weiterverkaufen kann, da die Stornierung sehr rechtzeitig erfolgt ist. Deshalb sehe ich auch keinen Schaden, der der Fluggesellschaft durch diese Stornierung entsteht. Zudem ist eine Krebserkrankung ein nicht vorhersehbares Ereignis und ein ernsthafter Grund. Daher ist mir die Reaktion von Air Berlin völlig unverständlich, können Sie mir helfen?“

Theresa Krohn, Pressereferentin der Unternehmenskommunikation bei Air Berlin, prüft den Fall noch mal, dann teilt sie folgendes Ergebnis mit: „Gemäß den Allgemeinen Beförderungsbedingungen von Air Berlin ist eine Erstattung des Flugpreises im gewählten Tarif nicht vorgesehen. Um ihrer persönlichen Situation jedoch besser gerecht zu werden, wird unser Kundenservice aus Kulanz den Flugpreis in Höhe von 476 Euro vollständig erstatten. Zudem wünschen wir ihr im Namen von Air Berlin alles Gute.“
Eine angemessene Lösung in diesem bewegenden Fall.