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Kommentar

Die BIDs - Eine Erfolgsgeschichte

Oliver Schirg

Foto: Bertold Fabricius / HA

Oliver Schirg Foto: Bertold Fabricius / HA

Das Nikolai-Quartier wird mit privatem Geld attraktiv gemacht .

Nun also haben die Bauarbeiten für den Business Improvement District (BID) Nikolai-Quartier in der Hamburger Innenstadt begonnen. Rund 9,3 Millionen Euro werden die 60 Grundeigentümer investieren, um den größten BID Deutschlands zu einem Vorzeigeprojekt für die Zusammenarbeit von Staat und privater Wirtschaft bei der Entwicklung des öffentlichen Raums werden zu lassen.

16 derartige öffentliche Gebiete, in denen Grundstückseigentümer Maßnahmen ergreifen, um ihr Umfeld attraktiver zu gestalten, gibt es inzwischen in Hamburg. Abgesehen davon, dass umstritten ist, warum die Höhe der von den Anliegern zu entrichtenden Beiträge auf der Grundlage des Einheitswerts einer Immobilie festgelegt wird, gelten die BIDs zu Recht als Erfolgsgeschichte.

Immerhin sind in Hamburg über die Jahre – der BID Nikolai-Quartier mit eingerechnet – fast 40 Millionen Euro an privaten Investitionen zusammengekommen. Geld, das für ein einheitliches Erscheinungsbild, für sanierte Gehwege sowie Pflege- und Serviceleistungen aufgebracht wurde und so die öffentlichen Kassen schonte.

Es steht einem demokratischen Gemeinwesen gut zu Gesicht, wenn Hauseigentümer über ihre Steuerzahlungen hinaus sich finanziell an der Verschönerung und Instandhaltung der unmittelbaren Umgebung ihrer Immobilie beteiligen. Da ist es auch legitim, wenn diese dann hoffen, dadurch den Wert ihrer Immobilien zu steigern. Insofern haben alle Beteiligten etwas von dieser Lösung.

Die Einrichtung eines BID war einst in nordamerikanischen Städten erfunden worden, die dadurch ihre Innenstädte vor Leerstand und Verfall zu retten hofften. Dieser Gedanke mag einem bei dem BID Nikolai-Quartier nicht kommen. Das Viertel liegt unweit des Rathauses im Herzen Hamburgs und dürfte schon wegen seiner Lage zu den attraktivsten Flächen gehören.

Aber beispielsweise die Idee, den Adolphsplatz vom Durchgangsverkehr zu entlasten und damit wieder zu einem echten Platz zu machen, hat eine Menge Charme. Plätze sind in einer Großstadt wie Hamburg weit mehr als nur Raum zwischen Gebäuden. Sie bieten den Menschen die Gelegenheit, sich zu begegnen, und sie sorgen für Lebendigkeit. Und wenn ein BID dabei hilft, kann es uns allen nur recht sein.

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