Meinung
Börsenwoche

EZB-Chef Draghi sorgt für Festtagslaune

In der zurückliegenden Handelswoche hat der Deutsche Aktienindex (DAX) fast doppelt so stark zugelegt wie im gesamten Jahr 2014. Wie so häufig in den beiden vergangenen Jahren war es eine Notenbank, die den Markt bewegte. Schon am Montag trieb die Aussicht auf noch mehr billiges Geld von der Europäischen Zentralbank (EZB) das Börsenbarometer auf einen neuen Höchststand, ebenso am Dienstag und am Mittwoch, als der DAX erstmals oberhalb der Marke von 10.300 Punkten notierte.

In der mit Spannung erwarteten Ratssitzung der EZB am Donnerstag enttäuschte deren Präsident Mario Draghi die Anleger nicht: Die Notenbank will bis September 2016 Staats- und Firmenanleihen im Gesamtwert von mehr als einer Billion Euro kau-fen. Das frische Geld soll über eine verstärkte Kreditvergabe der Banken bei Unternehmen und Verbrauchern ankommen und so die Konjunktur in Schwung bringen. Diese Nachricht sorgte für neue Kursschübe – am Freitag notierte der Leitindex zeitweise oberhalb von 10.670 Punkten.

Am späten Freitagnachmittag lag der DAX auf Wochensicht mit 4,4 Prozent im Plus. Unter den Hamburger Titeln kletterten Anteilsscheine der Kupferhütte Aurubis unter anderem aufgrund eines positiven Analystenkommentars vom Freitag voriger Woche um knapp fünf Prozent. Aktien der Kion Group, Mutterkonzerns des Gabelstaplerbauers Still, verteuerten sich um 4,5 Prozent. Dagegen stürzten Papiere der Modefirma Tom Tailor um 11,1 Prozent ab. Sie waren von Analysten herabgestuft worden.