Meinung
Nachspiel

Zäune in den Garten statt ins Stadion

Ein Kommentar von Henrik Jacobs

Zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ihr neues Sicherheitspapier für die Bundesliga verabschiedete. Die Proteste der Fans gegen vermehrte Kontrolle und Überwachung im Stadion waren mitunter heftig. Der Angriff des HSV-Anhängers gegen Bayern-Star Franck Ribéry mit einem Fanschal zeigte nun einmal mehr, dass die DFL mit ihrem Konzept richtigliegt. Verschärfte Einlasskontrollen sind für Fans zwar mitunter nervend, insbesondere wenn man pünktlich zum Anpfiff im Stadion sein will. Um unzurechnungsfähige Chaoten frühzeitig zu erkennen, sind sie jedoch alternativlos. Man stelle sich vor, der Flitzer in Hamburg hätte nicht nur seinen Schal, sondern einen anderen Gegenstand in der Hand gehabt.

Nun aber eine neue Diskussion über die Rückkehr der Zäune in Stadien zu beginnen, wäre der falsche Weg. Beim HSV baute man die ungeliebten Trennwände erst im vergangenen Sommer vor der Nordtribüne ab. HSV-Fans auf den Stehplatzrängen hinter dem Tor haben nun freie Sicht auf das Feld. Ein Vertrauensbeweis des Vereins, den die Fans im vergangenen Jahr zu schätzen wussten. Trotz sportlicher Minusleistungen gab es keine Probleme mit den Fans. Im Gegenteil.

Selbst bei einem Großereignis wie der WM schafft es die strenge Fifa nicht, die Flitzer vom Spielfeld fernzuhalten. Wer mit aller Macht an den Ordnern vorbeiwill, schafft das auch. Der HSV wird vom DFB eine Strafe erhalten, und auch der vermeintliche Fan wird eine Strafe erhalten. Dabei sollte man es belassen. Denn Zäune gehören in den Garten und nicht in ein Fußballstadion.