Meinung
Presseschau

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Zu Ermittlungen gegen NS-Täter

70 Jahre, nachdem die Todeszüge ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau rollten, hat die deutsche Justiz ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermordes gefunden. Das mag ausreichen, um noch ein paar Zeichen der Sühne zu setzen gegenüber den kleinen Rädchen der Vernichtungsmaschinerie. Das kommt aber um Jahrzehnte zu spät. Die historische Schuld einer zu nachlässigen Verfolgung der großen Schwungräder des industrialisierten Massenmordes kann so nicht mehr beglichen werden. LANDESZEITUNG LÜNEBURG

Zu Real Madrid

Es stimmt was nicht im Staate Spanien: Sechs Millionen Menschen sind in der Krise arbeitslos, 40 Milliarden haben die Europäer für die Rettung der iberischen Banken bezahlt, 700 Millionen Euro Steuern schuldet die spanische Fußball-Liga dem Staat. Aber Real kauft für 91 Millionen den teuersten Spieler der Welt. Längst sind im Fußball-Geschäft alle Maßstäbe gesprengt. MÜNCHNER MERKUR

Zu Fukushima

Fukushima ist zum Synonym geworden für den nach Tschernobyl schlimmsten Atomunfall in der Geschichte. Doch die japanischen Verantwortlichen verhalten sich bis heute so, als ob der Tsunami die Lagerhalle einer Schraubenfabrik zerstört hätte – und nicht einen Nuklearkomplex. Offenkundig paart sich hier Unfähigkeit mit Filz, Ignoranz und Skrupellosigkeit. Schließlich soll die Bewerbung für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 nicht gestört werden. MANNHEIMER MORGEN