Meinung

Briefe an die Redaktion

Fachkräfte fehlen

2. September: "Alle Schulen werden Ganztagsschulen"

Andrea Slomski:

Schön zu lesen, dass dieses Projekt in Hamburg wirklich kommt. Denn unser Sohn kommt nächstes Jahr in die Vorschule. Aber: Woher will die Politik denn die qualifizierten Fachkräfte dafür nehmen? Für die Hausaufgabenbetreuung, die ja dazugehört, lustlose oder selbst nicht ausreichend gebildete Schüler der Oberstufen zu nehmen (vielerorts gängige Praxis), ist keine Lösung. Dies bedeutet oft, dass die Kinder ihre Hausaufgaben doch abends Zuhause machen müssen, wenn sie schon müde sind.

Ausgezeichnet

2. September: "Das letzte Wort"

Michael Gessat:

Die Geschichte der "rätselhaften Traueranzeige" ist gut recherchiert und ausgewogen dargestellt. Eine ausgezeichnete journalistische Leistung.

Auf Crashkurs

2. September: "Deutsche befürchten dickes Ende in der Euro-Krise"

Ulrich Reppenhagen:

Wie weit sich das "Raumschiff Bundeskanzleramt" von der Realität und seinem Wahlvolk entfernt hat, zeigen die neuesten "Infratest dimap"-Ergebnisse: Zwei Drittel der Deutschen glauben, dass Frau Merkel den "Überblick verliert", ebenso viele lehnen den "Euro-Rettungsschirm" ab, vier Fünftel meinen, dass die Krise ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat. Und während der Bundesbank-Präsident vor zu großen Risiken warnt, zieht das Raumschiff unverdrossen weiter seine Bahnen, denn wir sind ja laut Frau Merkel "auf einem guten Weg", leider wohl auf Crashkurs.

Fragwürdige Motive

1. September: "Reiche Hamburger wollen mehr Steuern zahlen"

Dietmar Schulz:

Dass der Gutmensch Michael Otto mehr Steuern zahlen möchte, rührt mich zutiefst. Er könnte aber ganz einfach (leider aber nicht so spektakulär) dafür sorgen, dass die Mitarbeiter seines Konzernunternehmens Hermes anständig bezahlt werden. Steckt hinter diesem Sinneswandel der Reichen in Deutschland wie auch in Frankreich vielleicht die Furcht, dass sie eines Tages viel mehr Geld für ihre Sicherheit ausgeben müssen (siehe die Straßenschlachten in London sowie die brennenden Autos in Hamburg und Berlin)?

Sonderrechte streichen

Wolfgang Homann:

Sollen Reiche freiwillig höhere Steuern zahlen? Eine zusätzliche "Reichensteuer" ist nicht erforderlich, wenn eine Streichung sämtlicher Abschreibmöglichkeiten und Sonderrechte erfolgt. Das würde zu mehr Steuergerechtigkeit führen. Hilfreich wäre auch eine stärkere Beteiligung an den Sozialbeiträgen. Eine Beitragsbemessungsgrenze schont die höheren und ganz hohen Einkommen - absolut unverständlich.

Behörde lässt sich vorführen

1. September: "Kopftuchstreit: CDU will politische Lösung"

Hans-J. Cartsburg:

Dem kann man nur zustimmen! Es gab eine ergebnislose Konferenz von Lehrern und Schulaufsicht in Dulsberg zu der Frage. Anstatt eine klare Entscheidung gegen den Hijab (ein Kopftuch mit weitem Gewand bis zum Fußboden) zu treffen, duckt sich die Schulbehörde weg und sieht keinen Handlungsbedarf. Das ist unverantwortlich. Hier lässt sich die Behörde von einer islamistischen Afghanin, die auch künftig nicht auf das Kopftuch verzichten will, vorführen.

Es muss etwas passieren

1. September: "Tierschützer zeigen Wiesenhof an"

Holger Abel:

Es ist eine Schande: Da werden in einem Land wie Deutschland Millionen Tieren täglich unter staatlicher Duldung und mit steuerlicher Förderung Leid und Qual zugefügt, und es wird einfach so hingenommen. Einige profitgierige Menschen haben jede Achtung vor Tierleben längst abgelegt. Wie viele Berichte und Filme müssen noch mit versteckter Kamera und unter Gefahr für Leib und Leben des Berichterstatters produziert werden, bis unsere sonst so regulierungs- und verbotsfreudigen Politiker und Ämter wirkungsvoll einschreiten? Es kann einfach nicht sein, dass man sich in unserem Land monatelang mit falschen Doktortiteln beschäftigt, hier aber aus Angst vor Großunternehmern schweigt.

Planlose Aufstockung

31. August: "Kernproblem Wohnen"

Uwe Holler:

Die angedachte Entwicklung der "zweiten Reihe" muss städtebaulich und planerisch gesichert werden. Das wäre die vordringliche Aufgabe von Politik und Wohnungsbau. Eine planlose Aufstockung der alten Bauten hilft nicht weiter. Denn das Vorgehen der Baugesellschaften, die Bauten der 50er-Jahre, die sie längst durchfinanziert haben, aufzustocken, als Antwort auf den Scholz-Vorstoß, stößt auch gesellschaftspolitisch an Grenzen. Die Häuser sind damals dreigeschossig gebaut worden, weil diese Höhe für die Kommunikation zwischen unten spielenden Kindern und Eltern in den Wohnungen familien- und kindgerecht war. Eine Erhöhung um weitere Geschosse wäre nicht kinderfreundlich. Außerdem haben diese Häuser keine Aufzüge und sind damit auch nicht behindertengerecht.

Andere Länder machen es vor

30. August: "Kippt Hamburgs Rauchverbot?"

Tim Greve:

"Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!", sagte mal ein Berliner Bürgermeister. Ich sage: "Ihr Bundespolitiker Deutschlands, schaut nach Italien, Irland, Spanien, etc.!" Dort gibt es ein totales Rauchverbot, und es funktioniert!

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