Meinung

Leserbriefe an die Redaktion

Kontraproduktive Fronten

"Empörung über Erdogan"

Der türkische Ministerpräsident hat in Düsseldorf gefordert: "Unsere Kinder müssen Deutsch lernen, aber sie sollen erst gut Türkisch lernen."

Hamburger Abendblatt 1. März

Ein Kind muss als Erstes die Muttersprache seiner Eltern lernen. Das ist Grundlage für das Erlernen weiterer Sprachen und für einen Teil der intellektuellen Entwicklung. Das schließt nicht aus, zeitgleich oder zeitnah eine weitere Sprache zu lernen. Statt Erdogans Wahlkampf zu unterlaufen und ihm in der Sache recht zu geben - auch wir wollen, dass türkische Kinder gut Türkisch sprechen können -, werden Fronten aufgebaut, die für die Kinder und Integration kontraproduktiv sind.

Christian Lorentz, Hamburg

Dolmetscher in der Kita

Ein Kind spricht zuerst die Sprache, in der die Mutter mit ihm spricht. Wenn eine junge Mutter mit türkischem Migrationshintergrund sowohl Türkisch als auch Deutsch spricht, stellt sich die Frage, in welcher Sprache sie mit ihrem Kind sprechen soll. Für sehr viele junge Mütter stellt sich diese Frage allerdings überhaupt nicht. Sie sind erst zur Eheschließung nach Deutschland gekommen und sprechen kein Deutsch. Die Kinder lernen im Kindergarten schnell Deutsch und dolmetschen für ihre Mütter, die oft auch noch nach Jahren Schwierigkeiten mit der Sprache haben.

Anne Beecken, Hamburg

Skandinavischer Irrweg

",Europa muss Reformen anpacken'"

Schwedens Ministerpräsident Reinfeldt stellt das soziale und wirtschaftliche Erfolgsmodell seiner Regierung vor.

Hamburger Abendblatt 1. März

Es mutet paradox - und sehr wohltuend - an, dass ausgerechnet ein schwedischer Spitzenpolitiker sich für niedrigere Steuern und mehr individuelle (Wahl-)Freiheit starkmacht. Müssen wir in Deutschland erst jahrzehntelang diesen skandinavischen Irrweg mit immer höheren Steuern und mehr Gleichmacherei gehen, um am Ende festzustellen, dass es so nicht geht? In den Inlandsnachrichten geht es nur noch um Umverteilungsthemen: Wer bekommt wie viel vom Staat, wem nimmt der Staat wie viel weg? Für Arbeit und Produktivität ist in den Köpfen doch längst kein Platz mehr. So war es in Skandinavien in den 70ern und 80ern. Wollen wir uns das in Deutschland nicht ersparen?

Ralf Marquardt, Hamburg

Umweltpolitische Mission

",Stärker auf Kernkraft setzen'"

Reinfeldt über die Energieversorgung der Zukunft.

Hamburger Abendblatt 2. März

Die Tatsache, dass die erneuerbaren Energien in nicht allzu langer Zeit die Atomkraft überflüssig machen könnten, ist an Reinfeldt anscheinend vorbeigegangen. Es bleibt nur, zaghaft zu hoffen, dass die deutsche Energiepolitik, die bereits in der Lage war, andere Staaten umweltpolitisch missionarisch zu begeistern, sich von einem rückwärtsgewandten Ministerpräsidenten nicht von ihrem Ziel des Ausbaus der erneuerbaren Energien abbringen lässt.

Ingild Kind, Hamburg

Eine Frage des Geldes

",Mit den Künstlern wurde rüde umgegangen"'

Die neue Kultursenatorin über den Etat.

Hamburger Abendblatt 1. März

Warum müssen in den meisten Theatern die Plätze subventioniert werden? Warum kommen diese mit ihren Einnahmen nicht aus? Die Theater- und Kunstgesellschaft stellt den weit geringeren Teil der Menschen in Hamburg, für die hohe Kosten aus dem Staatssäckel abgezweigt werden. Von dem Geld sollte man lieber die Kitas bezahlen.

Arne Pehlke, Hamburg

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