Meinung

Leserbriefe an die Redaktion

Mutigere Mütter

"Ein Verdacht erschüttert die katholische Kirche"

Der Papst hat das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa angenommen, gegen den es zusätzlich neue Vorwürfe gibt

Hamburger Abendblatt 8./9. Mai

Da gibt es eine integre, hochkompetente und beliebte Frau, die nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss, die freilich strafbar ist, aber bei der niemand zu Schaden kam, sofort alle ihre Kirchenämter niederlegt. Und da gibt es eine Riege von mehr oder minder alten Männern, die trotz widerwärtiger und höchst strafbarer Handlungen, durch die sie auf Lebzeiten vielen Kindern und jungen Erwachsenen Schaden zufügten, anfangen zu greinen und zu winseln und - um ihre Kirchen-Posten zu erhalten - sich aufs Aussitzen verlegen. Da kann ich fast am Auftrag der Kirche verzweifeln und komme zu dem Schluss, dass wir Frauen und Mütter die mutigeren und respektvolleren Menschen sind.

Barbara R. Derboven, per E-Mail

Markenzeichen Beliebigkeit

"Grüne stehen vor ihrer eigenen Richtungswahl"

Die Partei könnte in Nordrhein-Westfalen je nach Wahlausgang in einer Koalition links oder bürgerlich mitregieren

Hamburger Abendblatt 7. Mai

Es ehrt die Grünen, dass sie mit allen Politikern reden wollen. Was dabei herauskommt, sind allerdings zu oft Kompromisse mit einem ehemaligen Gegner, die Wähler erschrecken lassen. Bei den Grünen scheint der Eindruck nicht zu täuschen, dass es ihnen - im Gegensatz zu früher, als die Grünen eine reine Protestpartei waren, der es ausschließlich sowohl ökologisch als auch außenpolitisch um das Durchsetzen für sie unumstößlicher Ziele ging - um Macht geht. Insofern ist Beliebigkeit und nach allen Seiten offen zu sein das Markenzeichen der Grünen geworden, und Politikerinnen wie Petra Kelly würden sich entsetzt im Grabe umdrehen.

Imme Klee, per E-Mail

Bedenklich

"Witwe darf schwanger werden"

Eine Frau erklagt das Recht auf ihre vom toten Ehemann befruchteten Eizellen. Sie will von ihm schwanger werden

Hamburger Abendblatt 8./9. Mai

Als freiheitlich Denkender bin ich jeder Art von Verboten gegenüber skeptisch. Jedoch den Egotrip einer trauernden Ehefrau als Hebel zu benutzen, ethisch bedenklicher Forschung die Tür zu öffnen, empfinde ich als allzu durchsichtig. Woraus folgert man, dass ungeboren sein schlechter wäre als irdisches Leben? Wie verarbeitet das Kind später einmal, dass es ausschließlich dem Zwecke der Trauerarbeit der Mutter diente? Fragen, die leider mit dem Urteil nicht beantwortet werden.

Andreas Kaluzny, per E-Mail

Trauriger Zusammenhang

"Keine Spur nach Farbanschlag auf Sozialsenator"

Ein Senator, viele Tatorte und die Suche nach Konzepten gegen Jugendarmut

Hamburger Abendblatt 7./8. Mai

Während angeblich kein Geld vorhanden ist, um Jugendliche aus Armut und Ziellosigkeit zu führen durch sportliche und weiterbildende Angebote, sie dadurch vom Randalieren oder von Kriminalität abzuhalten, wird das Geld für Projekte wie Elbphilharmonie, U-Bahnbau, Büroflächen und nicht zuletzt für die Sicherheit eines Senators in seiner Luxusvilla verschwendet. Dass viele der mittellosen Jugendlichen in die Kriminalität abgleiten, ist die Folge, wie der Senator Wersich gleich nach der Diskussion hierüber erfahren musste. Nur wenn unsere Stadtväter anfangen, einen rücksichtslosen Sparkurs bei sich selbst zu fahren, wenn sie z. B. zeigen würden, dass sie auf zehn Prozent ihrer Bezüge zugunsten sozialer Einrichtungen verzichten, wird man Verständnis für einen Sparkurs finden, der aus unserer desolaten Finanzlage hinausführt.

Lore Bünger, per Mail

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